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IS-Terror sorgt nicht für pauschale Urteile über den Islam

Die Moschee der Ahmadiyya Muslim Jamaat (AMJ) in Stade: Der Islam ist an vielen Orten selbstverständlich präsent. (Foto: tp)

tk. Buxtehude. Schlagzeilen über Gewalt von unvorstellbarem Ausmaß bestimmen jeden Tag die Nachrichten. Der IS-Terror in Teilen Syriens und des Iraks schockiert im Westen. Wie wirkt sich das Geschehen im Nahen Osten auf die Arbeit der islamischen Gemeinden in Deutschland aus? Ata Shakoor, Sprecher der Ahmadiyya Muslim Jamaat (AMJ) in Buxtehude: "Die Menschen differenzieren genau." Es werde nicht pauschal über den Islam geurteilt.

Die AMJ führt deutschlandweit einen intensiven interreligiösen Dialog. Ihr Ziel: Vorurteile sollen abgebaut werden. Der IS-Terror hebelt das nicht aus. Shakoor: "An unseren Infoständen bekommen wir überwiegend positive Reaktionen." Für ihn ein Zeichen dafür, dass der Islam inzwischen in Deutschland mehr zu Hause ist als noch vor ein paar Jahren.

Was Ata Shakoor und viele andere Muslime in jedem Gespräch deutlich machen: Der Terror der IS hat nichts mit Religion, nichts mit dem Islam zu tun. "Das ist ein Missbrauch des Islam", so Shakoor.

Die AMJ stehe mit beiden Beinen auf dem Boden des Grundgesetzes. Meinungs- und Religionsfreiheit seien Selbstverständlichkeiten in einer pluralistische Gesellschaft, die Trennung von Staat und Religion ein Gebot.

Was Ata Shakoor wichtig findet: "Wir Muslime müssen uns positionieren." Die muslimische Gemeinschaft sei gefordert, Zeichen für einen friedlichen Islam zu setzen. Weil auch in Deutschland radikale Gruppen aktiv seien, etwa die Salafisten, sei es wichtig, liberale friedliche Gemeinschaften zu fördern.

Dazu gehört für den Sprecher der Buxtehuder AMJ auch die Ausbildung von Imamen in Deutschland. Aus dem Ausland kommende Geistliche würden nicht immer schnell genug erkennen können,wenn sich etwa Jugendliche radikalisieren. "Dabei ist auch ein Stück weit Sozialarbeit gefordert." Die AMJ bilde Imame für ihre Gemeinden aus.
Ata Shakoor zitiert einen Spruch des Propheten Mohammed: "Menschen sind Feinde dessen, was sie nicht kennen." Wenn man ein offenes Ohr habe und vorurteilsfrei auf die Menschen zugehe, werde islamistischer Terror irgendwo auf der Welt nicht zu einer islamfeindlichen Stimmung in Deutschland führen.