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Islam passt zur Verfassung

Khola Maryam Hübsch: Der Islam bereichert die deutsche Kultur (Foto: oh)
tk. Buxtehude. Vorurteile verschwinden nur dann, wenn Menschen sie durch mehr Wissen überwinden wollen. "Miteinander zu sprechen ist wichtig", sagt Khola Maryam Hübsch und fügt hinzu: "Es gibt noch sehr viel Aufklärungsbedarf". Die Publizistin und Bloggerin ist eine der Rednerinnen während der "Friedenskonferenz" der Ahmadiyya-Gemeinde aus Buxtehude. Sie will Misstrauen gegenüber Muslimen überwinden. "Wenn Menschen zusammen finden, bekommen sie ein positives Bild voneinander", sagt die Muslima.
Auch wenn durch den politischen Diskurs in Deutschland Vorurteile gegenüber dem Islam abnehmen, stecken noch falsche Bilder in den Köpfen vieler Menschen. Schlagzeilen wie gerade jetzt, über die Festnahme Salafisten durch die Polizei, befeuern Ängste. "Der Islam passt zum Grundgesetz", sagt Hübsch. Er könne die deutsche Gesellschaft mit seinen Werten wie Solidarität und Gerechtigkeit bereichern.
Sie verneint nicht, dass es radikale Gruppen gibt und ruft dazu auf "sich von Scharfmachern abzugrenzen". So wie es Rechtsextreme gebe, die die Vergassung aushebeln wollen, gebe es auch muslimische Extremisten. Der Islam in Deutschland sei aber ein stabiler Teil der Gesellschaft.
Khola Maryam Hübsch sieht manches, was an negativen Schlagzeilen produziert wird, auch nicht als religiöses, sondern als gesellschaftspolitisches Problem. "Kulturen prallen aufeinander." Menschen mit Migrationshintergrund seien i zu vielen Fällen nicht gut genug in die deutsche Gesellschaft integriert. "Dafür wird zu wenig getan", so Khola. Es gebe noch viel aufzuholen.
In manchen Fällen werde zudem Religion als Beleg für das Nicht-Zusammenpassen von Islam und deutscher Gesellschaft angeführt, die ursächlich nichts miteinander zu tun haben. Als Beispiel nennt Khola Maryam Hübsch Ehrenmorde. "Diese Taten werden meist mit Religion verquickt." Bei solchen Verbrachen handele es sich aber um Auswüchse einer patriarchialischen Tradition, fernab religiöser Dinge. "In den Köpfen haben sich aber Ehrenmord und Islam konserviert."
"Es entwickelt sich etwas", sagt Hübsch über den Dialog zwiwchen Islam und Christentum. Die "Friedenskonferenz" in Buxtehude sei dafür ein gutes Beispiel. Neben Khola Maryam Hünsch referiert zum Beispiel die Pastorin Amely Lißner.
Die Friedenskonferenz findet am Mittwoch, 3. April, um 18 Uhr im Kulturforum am Hafen statt. Nach Grußworten und den beiden Vorträgen ist eine Diskussionsrunde geplant.