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Jork: Wo gibt es noch Platz für junge Familien?

bc. Jork. „Wo können wir bauen?“ Eine Frage, die immer öfter von jungen Familien an Jorks Bürgermeister Gerd Hubert herangetragen wird. Leider muss der Rathaus-Chef dann bisweilen mit den Achseln zucken. Denn es gibt so gut wie keine Bauplätze mehr in Jork. Das soll sich bald ändern.
Im Gemeinderat am 28. Februar werden die Ergebnisse einer Arbeitsgruppe zum Thema Demografie präsentiert. Ein Punkt neben vielen anderen ist die Bereitstellung neuer Bauplätze, bzw. die Entwicklung alternativer Ideen, Wohnraum zur Verfügung zu stellen.
Wie das genau funktionieren soll, will Hubert noch nicht verraten. Es könnte aber u.a. in die Richtung eines Sanierungsmanagements gehen. Ein solches energetisches Quartierskonzept wird bereits erfolgreich in Harsefeld praktiziert. Hubert: „Harsefeld ist in der Hinsicht ein Vorbild.“
Klar ist: Jork ist als Wohnort äußerst attraktiv für junge Leute mit oder ohne Familie: (noch) bezahlbar, landschaftlich attraktiv und in direkter Nachbarschaft zur Metropole Hamburg. Zum Airbus-Werk und in den Hafen braucht man mit dem Auto nur rund 20 Minuten. Hubert: „Ich bekomme viele Anfragen von Jorkern, aber auch von Auswärtigen, die bei uns bauen wollen.“
Die Ausweisung großer neuer Baugebiete wie einst das „Westfeld“ schließt Hubert aber weitgehend aus: „Wir können den Flächen-Konflikt mit dem Obstbau nicht totschweigen.“ Kleinere Baugebiete mit zehn bis 20 neuen Wohneinheiten kann sich Hubert dagegen vorstellen. Oder eben alte Siedlungen werden restrukturiert.
Einerseits könnten Regelungen in Bebauungsplänen so geändert werden, dass große Grundstücke geteilt werden dürfen, um An- oder Neubauten möglich zu machen. Hubert: „Es gibt viele Grundstücke in Jork mit mehr als 1.000 Quadratmetern.“ Heutzutage gehe der Trend aber eher zu kleineren Parzellen mit ca. 600 Quadratmetern. Frei werdende Grundstücke könnten dann mit zwei Häusern statt mit einem bebaut werden.
Die andere Idee: Man schafft in 60er/70er-Jahre-Siedlungen, die über kurz oder lang von Leerständen bedroht sind, finanzielle Anreize, um die alten Häuser günstig sanieren zu können, dass sie energetisch auf dem neuesten Stand sind. Der Bund unterstützt die Kommunen dabei mit Förderprogrammen der KfW-Bank. Eigentümer profitieren von Steuervorteilen.
In Harsefeld ist zum Beispiel die Steinfeldsiedlung ein solches sogenanntes Klimaquartier. In Jork könnten das - beispielsweise - die Gartenstraße oder Gebiete in Borstel sein. So könnten junge Leute unter Umständen davon überzeugt werden, statt in einen Neubau in ein älteres Haus einzuziehen - nach einer entsprechenden Sanierung. Hubert: „Warum sollten ältere Quartiere irgendwann leerstehen?“