Bitte klicken Sie zur Auswahl auf eines der folgenden vier Logos:

Jorker Nachtragshaushalt bereitet Bauchschmerzen

Geht die Gemeinde wirklich verantwortungsbewusst mit dem Geld der Steuerzahler um? Nicht alle Ratsmitglieder sind sich da so sicher (Foto: bim)
bc. Jork. Es ist ein Nachtragshaushalt, der vielen Jorker Ratsmitgliedern mindestens so viele Bauchschmerzen bereitet, wie der reguläre Haushalt, den sie bereits vor Monaten verabschiedet hatten. Eigentlich müsste man sparen, andererseits stehen wichtige Investitionen an.
Im jüngsten Gemeinderat votierte eine große Mehrheit dennoch für den ersten Nachtragshaushalt 2016. Nur die CDU-Mitglieder Thorsten Reinhold und Stefan Pölk enthielten sich ihrer Stimme, Dirk Maack (CDU) stimmte als einziger gegen den Haushaltsplan: „Ich glaube nicht, dass alle geplanten Einnahmen fließen werden. In meinen Augen müsste die Gemeinde ernsthafter sparen.“
Mit dem Nachtragshaushalt sind nun aber dringende Investitionen gesichert: Zum einen bekommt die St. Nikolai-Kita in Jork-Borstel 350.000 Euro für einen neuen Anbau, darüber hinaus erhält der Hortverein Tintenklecks Geld für die Anmietung weiterer Räume: 35.000 Euro in 2017.
Für die Sanierung der L140 stehen nicht mehr 1,2 Mio. Euro im Haushalt 2017 sondern „nur“ noch 700.000 Euro (das WOCHENBLATT berichtete) - inklusive Verpflichtungsermächtigung. Die ist notwendig, weil Bürgermeister Gerd Hubert noch in diesem Jahr mit dem Land eine entsprechende Finanzierungsvereinbarung unterzeichnen wird.
Trotz der hohen Investitionen bleibt der Posten Grundstücksbevorratung für einen neue Sporthalle für die Schule am Westerminnerweg mit einem Ansatz von 500.000 Euro im Haushalt 2016 erhalten. „Damit hat die Gemeinde finanziell die Option, in Grundstücks-Verhandlungen einzusteigen“, erklärte Kämmerer Matthies Riel. Konkrete Aussichten auf eine Fläche soll es bisher aber nicht geben. So stehen auch erst für das Jahr 2019 weitere 500.000 Euro für eine mögliche Einstiegsfinanzierung im mittelfristigen Haushaltsplan.
Das Gesamt-Investitionsvolumen der Gemeinde steigt damit in 2016 um 220.000 Euro, die Kreditermächtigung um 215.000 Euro. Riel: „Nach wie vor halten wir den roten Faden der Konsolidierung ein.“
CDU-Fraktionschef Michael Eble wies darauf hin, dass die 400.000 Euro, die noch in 2016 als geplante Einnahmen aus Grundstücksverkäufen im Gewerbegebiet „Ostfeld“ im Haushalt verankert sind, wirklich fließen müssen: „Andernfalls werden wir einen Antrag stellen, anstelle des Bürgermeisters einen professionellen Sales Manager mit dem Verkauf zu beauftragen. Der Verkauf läuft uns zu schleppend.“