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Kai Seefried kritisiert Unterrichtsversorgung: Viele Lehrerstellen sind unbesetzt

Kai Seefried, schulpolitischer Sprecher der CDU-Landtagsfraktion (Foto: CDU)
Kai Seefried kritisiert Lehrermangel

tk. Landkreis. "Der Lehrermangel an Niedersachsens Schulen wird sich noch weiter verschärfen", kritisierte Kai Seefried, schulpolitischer Sprecher der CDU-Landtagsfraktion am Mittwoch während einer aktuellen Stunde im Landtag. Der Grund seiner Befürchtung: 500 Stellen hätten inzwischen besetzt sein müssen. Sind sie aber nicht, weil es an Bewerbern fehlt. Die verantwortliche Ministerin Frauke Heiligenstadt habe zudem keine tragfähige Lösung parat, so Seefried.



Konkrete Zahlen zur tatsächlichen Unterrichtsversorgung liegen der Öffentlichkeit noch nicht vor, hat das WOCHENBLATT auf Nachfrage bei Kai Seefried erfahren. Was öffentlich diskutiert werde, seien ausschließlich die prognostizierten Werte. Und die gehen von einer landesweiten Unterrichtsversorgung von 97,8 Prozent aus.
Problem dabei: Die 500 unbesetzen Stellen sind laut Seefried dabei schon eingerechnet. Die tatsächliche personelle Ausstattung werde daher unter die vorausgesagten Werte rutschen.

Ein weiteres Problem: Selbst eine Unterrichtsversorgung von 100 Prozent wird von Praktikern als dem Schulalltag als zu gering betrachtet. Denn: Lehrer sind krank - mitunter auch langfristig - oder zum Beispiel auf Klassenfahrt Es sind folglich nicht 100 Prozent aller Lehrerinnen und Lehrer im Einsatz. Eine Unterrichtsversorgung von rund 104 Prozent wird daher als optimal betrachtet.
Das Ministerium habe bei den Schulen inzwischen die tatsächlichen Zahlen abgefragt, so der Landtagsabgeordnete aus Drochtersen. Allerdings sollen diese erst Anfang 2017 veröffentlicht werden. Es werde zudem nicht gerne gesehen, wenn die Schulen, so sie unter akutem Lehrermangel leiden, diesen öffentlich machen, sagt Seefried.

Protest käme daher zumiest von den jeweiligen Elternvertretungen, die er ausdrücklich ermuntert, über Stundenausfall und nicht erteilten Unterricht zu informieren. Im Landkreis Stade dürfte der Lehrermangel an vielen Schulen ein echtes Problem sein. Bei der letzten offiziellen Statistik aus Hannover vom Anfang des Jahres landete der Kreis Stade auf einem der letzten Plätze in Sachen Unterrichtsversorgung.