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Kai Seefried: Sein neues Leben als "CDU-General"

Einer von unzähligen Terminen diese Woche: Kai Seefried mit Prof. Dr. Reza Asghari im Entrepreneurship Center der Ostfalia Hochschule Wolfenbüttel (Foto: Seefried)
Kai Seefrieds Leben zwischen Hannover und der Drachengruppe im Kindergarten

(bc). Es ist ja so, dass Kai Seefried schon als "einfacher" Landtagsabgeordneter und schulpolitischer Sprecher seiner CDU-Fraktion einen prall gefüllten Terminkalender gehabt hatte. Als CDU-Generalsekretär in Niedersachsen hat die Terminhatz aber nochmals zugenommen. Ein Blick auf seine Facebook-Seite reicht aus. Alleine am Dienstag ist er über 700 Kilometer von Drochtersen über Hannover und Wolfenbüttel bis nach Jever gefahren, um seine Pflicht zu erfüllen.
Seit knapp 150 Tagen ist der gelernte Tischler aus Drochtersen nun "CDU-General". Zeit, ein erstes kurzes Fazit zu ziehen. Alles ist jetzt ein bisschen größer, ein bisschen wichtiger. "Der Anfang war schwer, aber so langsam habe ich das Gefühl, dass sich alles einspielt", sagt der 40-Jährige im Gespräch mit dem WOCHENBLATT.
Ein klein gewachsener Junge aus Kehdingen auf der großen politischen Bühne in Hannover: Seefrieds Karriere hat mit der Berufung zum Generalsekretär einen (vorläufigen) Höhepunkt erreicht. Im niedersächsischen Unions-Organigramm steht der stolze Kehdinger gleich hinter dem Vorsitzenden Bernd Althusmann. Kai Seefried trägt die Verantwortung für alle Mitarbeiter in der Landesgeschäftsstelle im Wilfried-Hasselmann-Haus in Hannover und in allen 48 Kreisgeschäftsstellen des Landes: "Ich weiß um die Riesen-Verantwortung und auch um die hohe Erwartungshaltung. Aber Kai ist, wie er ist, und bleibt, wie er ist", sagt er über sich selbst.
Anfangs im November vergangenen Jahres stand der Kai allerdings ziemlich alleine da. Die politische Abteilung im Hasselmann-Haus war praktisch leergefegt, die Geschäftsstelle musste neu organisiert werden: "Es ging erst einmal darum, Personal zu suchen. Wir sind jetzt aber fast vollständig. Bis Sommer hoffe ich, dass die Mannschaft komplett ist."
Das wird auch wichtig sein. Von hier aus werden die Fäden gesponnen, die Strategien entwickelt, die in die Kreisverbände und letztlich in alle CDU-Ortsverbände des Landes hineinwirken. Das Wesensmerkmal Seefrieds neuer Aufgabe steckt schon in der Amtsbezeichnung. Sein Arbeitsansatz ist jetzt generalistischer. Themenübergreifender.
Das zeigt auch sein "Baby", die gemeinsam mit Bernd Althusmann entwickelte Kampagne "Meine CDU 2022", die unter Beteiligung möglichst vieler Parteimitglieder und Bürger dazu führen soll, dass die Christdemokraten nach der nächsten Kommunalwahl wieder die stärkste Kraft in Niedersachsen stellen können. Das bedeutet: Viele, viele Veranstaltungen im ganzen Land, bei denen Seefried Präsenz zeigen muss. Für Freizeit, geschweige denn für Hobbys bleibt da kaum mehr Zeit.
"Ich bin ja froh, dass ich immer noch Einladungen von meinen Freunden erhalte. Aber richtig glauben, dass der Kai auch kommt, tut wohl kaum noch einer. Ehrlicherweise habe ich bisher keine Strategie entwickeln können, mir Lücken für mehr Freizeit im Terminkalender frei zu halten", erzählt der Familienvater freimütig.
Obwohl sich der Job hauptsächlich in Hannover abspielt, ist und bleibt Seefrieds Heimat Kehdingen. Eine Zweitwohnung in Hannover gibt es nicht. Pendeln heißt das Motto. Morgens früh raus und abends meistens erst kurz vor Mitternacht zurück. Als "General" muss er immerhin das Auto nicht mehr selbst lenken. Der Chauffeur gehört zum Job dazu. Genauso wie ein Referent, ein Büroleiter und eine Assistentin.
Die Gefahr, die Bodenhaftung zu verlieren, ist bei Kai Seefried aber gering. In Drochtersen wird er geerdet. Hier ist er nach wie vor Mitglied im Gemeinderat. Lediglich den Fraktionsvorsitz hat er abgegeben. Dafür hat er aber ein neues Amt angenommen: Elternvertreter in der Drachengruppe der Kita seiner Tochter.
Wie er auch dafür noch Zeit findet, bleibt sein Geheimnis.