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Kehdingen: Landwirte setzen weiter auf Dialog mit Ministerium

Nonnengänse in der Kehdinger Marsch (Foto: sum)
(bc). Die Landwirte aus Kehdingen sind enttäuscht, geben aber nicht auf. Wie berichtet, schließt das Niedersächsische Umweltministerium auch nach einem Gespräch in Hannover mit einer Kehdinger Delegation Vertragsnaturschutz für das EU-Vogelschutzgebiet Unterelbe aus. Stattdessen gilt weiter die Weisung an den Landkreis, das Gebiet per Verordnung zu sichern. So steht es in einem entsprechenden Schreiben, das bereits am vorvergangenen Donnerstag das Ministerium verließ.

Einer der Landwirte, die in Hannover dabei waren, ist Henning Janßen aus Oederquart. Er findet es wie seine Kollegen - 85 Betriebe sind betroffen - schade, dass das Ministerium eine Entscheidung getroffen hat, ohne einen vereinbarten Ortstermin nach Ostern abzuwarten. "Dann hätten sich die Ministeriumsvertreter von den Verhältnissen vor Ort persönlich überzeugen können", sagt Janßen. Und vielleicht gesehen, dass das Hauptproblem des Vertragsnaturschutzes - die fehlende Drittwirksamkeit für Radfahrer und Spaziergänger - aufgrund der Situation mit den Zufahrten im Deich nicht wirklich bestehe.

Janßen sieht bei einer Abkehr vom Vertragsnaturschutz die Motivation der Landwirte gen null schwinden, freiwillige Maßnahmen umzusetzen. Ein Beispiel ist das Anlegen von Blühstreifen. Daher erkennt Janßen weiter Dialogbereitschaft bei den Landwirten: "Ich gehe davon aus, dass ein Treffen in Kehdingen noch zustande kommt."

Interessant dürfte aber auch die weitere Diskussion im Fachausschuss des Kreistages sein. Das Umweltministerium hat nämlich zusätzlich betont, dass die Diskussion, ob die Kehdinger Marsch ein Naturschutz- oder Landschaftsschutzgebiet wird, im Ermessen der Kreisverwaltung - bzw. Politik liegt. Zur Erklärung: Landschaftsschutz ist die mildere Schutzform und wird von den Bauern eher bevorzugt. Die Grünen setzen sich jedoch vehement für ein staatliches Naturschutzgebiet ein.