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Kein Appetit auf Tiefkühlkost? Widerstand gegen Unternehmens-Ansiedlung in Buxtehude

Wäre am Alten Postweg noch ein alternativer Standort für das Unternehmen zu finden? (Foto: tk)
Der Ansiedlungswunsch eines Unternehmens in Ovelgönne soll abgelehnt worden sein

tk. Buxtehude. Wenn sich ein Unternehmen auf freien Gewerbeflächen in einer Kommune ansiedeln will, wird meistens der rote Teppich ausgerollt. In Buxtehude ist das nach WOCHENBLATT-Informationen andersherum gelaufen. Ein Großunternehmen aus der Tiefkühlbranche, angeblich sogar ein global player, wollte sich im Gewerbegebiet in Ovelgönne ansiedeln. In einer nicht-öffentlichen Runde von Fraktionsvorständen und der Verwaltung wurde dieser Ansiedlungswunsch tendenziell abgelehnt.



Am vergangenen Montag tagte diese Runde, die zwar keine Entscheidungen trifft, aber die Meinungsfindung in den Fraktionen vorbereitet. Am darauffolgenden Mittwoch hatte der Wirtschaftsausschuss das Thema auf der nicht-öffentlichen Tagesordnung. Ansiedlungsgespräche mit Firmen sind topsecret. Das WOCHENBLATT hat aber mit mehreren Insidern gesprochen. Es ergibt sich folgendes Bild:

Das Unternehmen hat Interesse an einer Fläche von ungefähr zwei Hektar in Ovelgönne. Dort sollen nicht nur eine Kühlhalle, sondern auch Büros entstehen. In einem Dreischicht-Betrieb sollen dort Waren umverpackt und lieferfertig gemacht werden. Laut Konzept der Firma sollen 35 bis 40 Arbeitsplätze entstehen, die nicht mit Leiharbeitern, sondern Festangestellten besetzt werden sollen. Ein Ratsmitglied sagt über die Pläne: "Das sind keine Amateure."

Am Montag soll der Ansiedlungswunsch auf Ablehnung gestoßen sein. Das passe nicht nach Ovelgönne, sei demzufolge eine Begründung gewesen. Man wolle keine Logistikhallen wie in Mienenbüttel in diesem Gewerbegebiet. Am Mittwoch soll der Ausschuss darauf gedrängt haben, dass dem Unternehmen wenigstens andere Grundstücke - etwa die Erweiterungs-Flächen am Alten Postweg - angeboten werden. Dort verfügt die Stadt aber nicht allein über die freien Gewerbeflächen.
Bei diesem hieklen Thema wollen alle Ansprechpartner anonym blieben. Als vorläufiges Fazit zeichnet sich ab: Leichtfertig dürfe kein Betrieb abgewiesen werden, denn trotz derzeit sprudelnder Steuerquellen müsse bei Einkommens- und Gewerbesteuer nachhaltig gedacht werden.

Was einige Insider zudem berichten: In der Politik stieß das Ansiedlungsinteresse bei manchen auf Irritationen, weil der Kontakt über ein Ratsmitglied der CDU entstanden sein soll. Das habe für einige Politikerinnen und Politiker ein Geschmäckle gehabt. Allerdings wären bei solch einem hohen ethischen Anspruch manche Dinge nicht in Gang gekommen, die von gut vernetzten Strippenziehern eingefädelt wurden.

Bürgermeisterin Katja Oldenburg-Schmidt erklärt, dass es in diesem Fall ein schwieriges Verhältnis von Flächenverbrauch zur Zahl der Arbeitsplätze gegeben habe. Einen Kriterienkatalog für Gewerbeansiedlungen erklärt die Bürgermeisterin in der kommenden Mittwochs-Ausgabe.