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Kein "Wildwuchs": Buxtehuder Altstadt besser schützen?

Typisch für die Altstadt: Die unterschiedlichen Giebelhöhen der Gebäude

tk. Buxtehude. Die Buxtehuder Altstadt muss durch einen Bebauungsplan (B-Plan) vor architektonischem Wildwuchs geschützt werden. Das will die Fraktion der Grünen erreichen. "Wenn wir die Altstadt in ihrem Bestand langfristig sichern wollen, ist dieser Schritt wichtig", sagt Michael Gerkens. Hintergrund: Was passiert, wenn das marode Gebäude des "Flethenkiekers" am Westfleth abgerissen wird und einem Neubau weicht? Wie kann verhindert werden, dass ein optisch zu großer Klotz die malerische Szenerie zerstört?

Schon vor einigen Monaten sorgte ein Neubauvorhaben vor den Toren der Altstadt für kontroverse Diskussionen in den politischen Gremien der Stadt. Tenor damals: Zu hoch, politisch aber nicht zu verhindern. Ein Nein des Rates zum Bauantrag hätte ein Gerichtsverfahren zur Folge gehabt, das die Stadt mit Sicherheit verloren hätte. Grund: Die Gestaltungssatzung für den Altstadtbereich lässt Spielräume offen. Wenn sich die Höhe eines Gebäudes der Nachbarbebauung anpasse, sei ein Vorhaben schwer zu verhindern, so Gerkens. "Diese Satzung ist zu schwach", sagt der Ratsherr.
Der Bauingenieur sieht vor allem die Höhe der Altstadtgebäude als Problem bei neuen Vorhaben. Die unterschiedliche Giebelhöhe mache den besonderen Reiz von Buxtehudes guter Stube aus. Neubauten würden das Maximale des Machbaren ausreizen. Mit der Folge, dass sich die unterschiedlichen Giebelhöhen mit der Zeit angleichen könnten. Das soll der B-Plan vor allem verhindern.
Die Frage, was erlaubt ist, könnte sich konkret an der maroden "Flethenkieker"-Immobilie stellen. Das Gebäude wurde von der Stadt gesperrt, weil es teilweise einsturzgefährdet und die Brandsicherheit nicht mehr gegeben ist. Ob der Besitzer die Immobilie behält und saniert oder verkauft, ist offen. Insider gehen von einem Abriss aus.
"Für diesen Bereich der Altstadt gibt es keinen B-Plan", sagt Michael Gerkens. Es sei daher nicht auszuschließen, dass dort etwas geplant werde, das diese markante Ecke so verändern könne, dass sie altstadt-untypisch wirke.
In der Politik wurde über den Vorstoß der Grünen erst ansatzweise diskutiert. Es bestehe noch Beratungsbedarf in den Fraktionen, sagt Gerkens.
Ob die baulichen Entwicklungen in der Altstadt flächendeckend mit B-Plänen geregelt werden sollten, will Stadtbaurat Michael Nyveld derzeit nicht abschließend beurteilen. "Darüber sollte in Politik und Verwaltung diskutiert weren." Er gibt zu bedenken, dass das Aufstellen von Bebauungsplänen aufwändig ist. Ein anderer Weg wäre es nach Nyvelds Worten, die Gestaltungssatzung zu überarbeiten. "Einiges ist darin nicht mehr zeitgemäß."
Bei der ehemaligen Gaststätte "Flethenkieker am Ostfleth soll es nach WOCHENBLATT-Informationen Bewegung geben. Der Besitzer will die marode Immobilie offenbar verkaufen. Das ist vermutlich nicht ganz einfach, weil das Gebäude unter Denkmalschutz steht.