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Keine optimale Lösung: Kreis-Bauausschuss empfiehlt Ausbau der Rübker Straße als A26-Zubringer

Die Varianten der vergangenen Jahre. Die Variante 1 (Rübker Straße) erhält den Zuschlag Grafik: LK Stade
jd. Stade/Buxtehude. Die meisten Politiker in der Runde waren sich einig. Es ist nicht die optimale Lösung, aber im Moment die einzig umsetzbare: Die Rübker Straße (K40) wird zum Autobahnzubringer für Buxtehude ausgebaut. So steht es im Planfeststellungsbeschluss, dessen Entwurf jetzt den Mitgliedern des Kreis-Bauausschusses vorgelegt wurde. Der Beschluss selbst steht als behördlicher Akt nicht zur politischen Debatte. Im Ausschuss wurde noch einmal intensiv über die Eckpunkte sowie die wesentlichen Änderungen der seit 2011 laufenden Planungen diskutiert. Neue Erkenntnisse brachte das aber nicht.

Insgesamt 13 Varianten für eine Trassenführung von Buxtehude zum künftigen Autobahnanschluss hat der Landkreis durchgespielt - zuzüglich der "Nullvariante", bei der die Estestadt keine A26-Abfahrt erhält. Dass die Variante 1, die Rübker Straße, den Zuschlag bekommt, ist einerseits das Ergebnis einer Kosten-Nutzen-Analyse und resultiert andererseits aus der Einsicht in das Machbare. Die vielgepriesene Variante 2, die "kleine Umgehung", kann wegen des dortigen Vogelschutzgebietes nicht realisiert werden. Sie käme erst zum Zuge, wenn die Anwohner der Rübker Straße mit ihrer angekündigten Klage Erfolg hätten. Nur dann könnte das öffentliche Interesse am Bau der Umgehung wichtiger als die Belange des Vogelschutzes sein.

Mehr als 20.000 Autos werden laut Prognose täglich durch die dann sieben Meter breite Rübker Straße rauschen. An der Kreuzung zur Harburger Straße, die bekanntlich nicht zum Turbokreisel umgestaltet wird, ist zu Spitzenzeiten mit 2.100 (vormittags) bis 2.900 (nachmittags) Fahrzeugen pro Stunde zu rechnen.

Entsprechend fällt der Verkehrslärm aus. Der soll durch eine drei Meter hohe Lärmschutzmauer eingedämmt werden. Gerade zu deren Sinn und Zweck gab es im Ausschuss kritische Nachfragen an den Planer Prof. Dietrich Fornaschon. Wo die Mauer nicht ausreicht und sich selbst mit passiven Lärmschutzmaßnahmen wie dem Einbau von schallisolierten Fenstern nichts machen lässt, bleibt eine letzte Möglichkeit: Der Landkreis kauft die entsprechenden Häuser. "Wenn die Grenzwerte überschritten sind und die Eigentümer hier nicht weiter wohnen wollen, besteht ein Übernahmeanspruch durch den Landkreis", erläutert Bode. Für den Ankauf dieser Häuser habe der Landkreis Kosten in Höhe von 2,3 Mio. Euro eingeplant.

Der Verkehrsplaner selbst favorisiert ein nächtliches Lkw-Fahrverbot: Wenn zwischen 22 und 6 Uhr keine Laster fahren dürften, könnte die Lärmbelastung deutlich reduziert werden, so Fornaschon: "Leider wurde diese Anregung nicht berücksichtigt."

Trotz dieser und vieler anderer Schwächen wie fehlende Parkplätze oder Problemen bei der Müllabfuhr sprach sich der Ausschuss mehrheitlich für die Empfehlung an den Kreistag aus, die Umsetzung der Baumaßnahme auf den Weg zu bringen.