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Kita Schölisch: Gibt es eine Verlängerung der Verlängerung?

Stadtbaurat Lars Kolk
bc. Stade. Zwei neue Kindertagesstätten sollen in Stade gebaut werden. In Schölisch und in Riensförde. Für beide Projekte hat der Sozialausschuss jüngst Planungsmittel für den Haushalt 2017 freigegeben. 2,4 Millionen Euro an Baukosten sollen dann per Verpflichtungsermächtigung in den Etat 2018 eingestellt werden - allerdings sind das nur die Baukosten für eine Kita. Welche ist unklar. Dabei könnte es so einfach sein.
Denn laut gültigem Ratsbeschluss läuft die Betriebserlaubnis für die Kita in Schölisch im Sommer 2018 aus. Dann wird die marode Kita dichtgemacht. Will man in Schölisch rechtzeitig eine neue Kita fertigstellen, sollte spätestens bis zur Sommerpause eine Entscheidung her. Warum also legen sich Politik und Verwaltung nicht jetzt schon fest? Zumal CDU und Grüne für den Ersatzbau in Schölisch sind und die SPD ihren Widerstand aufgegeben hat (wie berichtet).
Möglicherweise ist die Antwort folgende: Nach WOCHENBLATT-Informationen sollen auch freie Kita-Träger Interesse bekundet haben, was vermutlich bedeuten würde, dass sich die Betreiber an der Finanzierung beteiligen. Die Stadt übernimmt später anteilig die Personalkosten. Das wäre unterm Strich eine günstigere Lösung für die Stadtkasse. Noch sollen die Verhandlungen laufen.
Bürgermeisterin Silvia Nieber nimmt Druck vom Kessel. Sie deutete bereits an, dass die angeblich so marode Kita über das Jahr 2018 hinaus genutzt werden kann. Zur Erinnerung: Eigentlich sollte der Kita-Altbau wegen Feuchtigkeitsschäden schon 2016 geschlossen werden. Mit der Mehrheit von SPD und Grünen wurde ein Weiterbetrieb bis 2018 beschlossen. Zur Sicherheit der Kinder nimmt die Stadtverwaltung jedes halbe Jahr einen Gebäude-Check vor. Nieber prüft nun eine Verlängerung der Betriebserlaubnis. Stadtbaurat Lars Kolk sagte am Montag auf WOCHENBLATT-Anfrage: „Eine Verlängerung wäre wohl möglich.“
Unter den gegebenen Umständen hält es die SPD für sinnvoller - vorbehaltlich der Verhandlungen mit den freien Trägern - die erste neue Kita in Riensförde zu bauen.
CDU-Fraktionschefin Kristina Kilian-Klinge weist auf den Ratsbeschluss für Schölisch hin: „Bis jetzt hat die Bürgermeisterin keinen Antrag gestellt, die Frist zu verlängern.“
Das Ärgerliche an der ganzen Geschichte: Eltern, die ihr Kind in Schölisch anmelden wollen, wissen nicht, wie es weiter geht. Die Unsicherheit sei groß, bestätigt Maik Höper von der Elterninitiative: „Wer meldet sein Kind schon in einer Kita an, wenn man nicht weiß, ob sie im nächsten Jahr schließen muss?“ Die Initiative habe nie einen Neubau gefordert. Wichtig war ihr immer, dass der Standort Schölisch erhalten bleibt. Höper würde es begrüßen, wenn nun möglichst schnell Klarheit herrsche.