Bitte klicken Sie zur Auswahl auf eines der folgenden vier Logos:

Klage gegen Baugenehmigung für Hedendorfer Hähnchenmastställe?

Zwei Hähnchenmastställe sind beretst in Betrieb, zwei weitere mit jeweils knapp 40.000 Tieren sollen folgen (Foto: bo)

tk. Buxtehude. Ganz so einfach, wie es nach der Erteilung der Baugenehmigung schien, wird der Bau von zwei umstrittenen Hähnchenmastställe in Hedendorf wohl doch nicht werden. Die Arbeitsgemeinschaft Umweltplanung Niederelbe (AUN) sieht gute Chancen, den Bau der Ställe für jeweils rund 39.800 Tiere zu verhindern. Grund: Es sind negative Auswirkungen auf den Neukloster Forst zu erwarten und der steht unter Schutz - sogar auf EU-Ebene.

Für die AUN ist die Hamburger Anwältin Dr. Roda Verheyen aktiv. "Die Baugenehmigung ist rechtswidrig", sagt sie. Für die Juristin ist der Fall "relativ eindeutig". Es habe unter anderem verfahrenstechnische Fehler gegeben. Der Neukloster Forst sei durch das Vorhaben beeinträchtigt. Dort gebe es eine Vielzahl von Pflanzen, die sogar auf der Roten Liste der bedrohten Arten stehen. "Eigentlich hätte die EU-Kommission beteiligt werden müssen", so Verheyen.
Dass es für ein so wertvolles Schutzgebiet wie den Neukloster Forst eine Ausnahmegenehmigung für den Bau zweier Megaställe geben wird, glaubt sie nicht. "Ausnahmeregelungen gibt es bei den Projekten von der Größe der Elbvertiefung." Der Bau zweier Mastställe sei im Vergleich dazu kein Vorhaben, das dem öffentlichem Interesse diene.
Die Anwältin hat beim Landkreis eine Fristverlängerung beantragt. Die Unterlagen zur Baugenehmigung wird sie akribisch prüfen. Was jetzt nach ihrer Meinung umgehend geschehen müsse: Der Sofortvollzug muss außer Kraft gesetzt werden.
Die Baugenehmigung erlaubt es dem Bauherren, mit den Arbeiten unverzüglich weiter zu machen. Sollte die AUN vor Gericht siegen, hätte der Bauherr eine Rieseninvestition umsonst getätigt.