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Kommentar: Die barschen Herren in den Deichverbänden...

Oder: Es lebe der "Deichkaiser"

"Herr Detje kommt mit dem, was er will nicht durch." Das hat Oberdeichrichter Hans-Uwe Hampe, wortkarg wie meist, dem Horneburger Bürgerrmeister auf durchaus berechtigte Forderungen geantwortet. Detje wollte, dass ein Zaun rings ums neue Überflutungsgebiet in Horneburg geöffnet wird, damit die Menschen auf dem Deich spazieren gehen können (das WOCHENBLATT berichtete).
Was so barsch gemeint war, wie es sich anhört, lässt sich als Frage auch umdrehen: Wie lange kommen die Deichverbände mit dem durch, was sie wollen? immer wieder geraten die beiden Deichverbände im Alten Land in die Kritik. Eine kurze Chronik: Rigoros wurden auf dem Lühedeich Bäume abgeholzt, die dort schon Ewigkeiten standen. Erst jüngst entbrannte eine Debatte über Intransparenz und fehlende demokratische Strukturen bei den Wahlen zu den Deichrichtern.
Die Deichverbände sind, so scheint es, gegen Kritik immun. Einige der prominenten Deich-Akteure erliegen offenbar dem Irrglauben, mit den wichtigen Aufgaben im Hochwassserschutz einen Freifahrtschein fürs Ignorieren des Bürgerwillens gelöst zu haben.
Interessant die gebetsmühlenartige Argumentation, die auch im aktuellen Horneburger Konflikt zum Tragen kommt: Auf unserem Grund, sagen die Deichverbände, sind wir die Herren. Letztendlich ist es öffentlicher Grund und Boden, auf dem mit öffentlichen Mitteln - aus dem Portmonee aller Steuerzahler - Hochwasserschutz betrieben wird.

Wenn nicht allmählich ein Umdenken stattfindet, sollten einige der Altvorderen in den Deichverbänden wenigstens über neue Amtstitel nachdenken: Oberdeichrichter ist viel zu bescheiden für diese Politik nach Gutsherrenart. Besser wären Deichkönige und an der Spitze der Deichkaiser.

Tom Kreib