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Kommentar: So hebelt Naturschutzrecht das Verständnis für Naturschutz aus

(Foto: bim)
Ein strenges Naturschutzrecht ist wichtig. Vom Aussterben bedrohte Arten müssen geschützt werden. Nicht nur das Nashorn in Afrika, sondern auch der kleine Vogel Wachtelkönig vor unserer Haustür. Unstrittig ist auch, dass nicht einfach so am Zuschnitt eines Naturschutzgebietes geknabbert werden darf. Ein laxer Umgang damit würde den Schutzgedanken ad absurdum führen.

Genau das aber geschieht auch im konkreten Planungskonflikt Radweg versus Wachtelkönig. Es wäre ja noch verständlich, dass eine komplett neue Radfahr-Trasse nicht verwirklicht werden darf, wenn sie mitten durchs Wachtelkönig-Land führte. Dass ein neuer Radweg, parallel zur bestehenden Bahntrasse, nicht gebaut werden kann, hat für mich mit Logik nichts mehr zu tun. Die S-Bahn und der Metronom machen mehr Lärm als Menschen auf ihrem Drahtesel.

Weil gesunder Menschenverstand hier nicht greift, sondern nur Gesetze, Verordnungen und Vorschriften, ist das Nein zum Radweg ein Bärendienst für den gesamten Naturschutz. Die Akzeptanz für die Bedeutung von Natur- und Artenschutz nimmt ab. Das schadet auf lange Sicht dem Wachtelkönig so sehr wie dem Berggorilla.

Tom Kreib