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Kosten für minderjährige Flüchtlinge: Buxtehudes Jugendamtsleiterin liefert Fakten

In Stade hat die Stadt die Fröbelhalle für minderjährige, unbegleitete Flüchtlinge umgebaut (Foto: bc)
tk. Buxtehude. „Muss das wirklich so teuer sein?“, fragt eine WOCHENBLATT-Leserin einem Leserbrief als Reaktion auf die Meldung, dass die Stadt Buxtehude Mehrkosten für minderjährige, unbegleitete Flüchtlinge im Haushalt für dieses Jahr auf 2,5 Millionen Euro festsetzen will. Angesichts dieser Zuschrift hat die Redaktion bei Jugendamtsleiterin Andrea Lange-Reichardt nachgefragt.
Ob tatsächlich 50 minderjährige, unbegleitete Flüchtlinge in diesem Jahr kommen, so Lange-Reichhardt, sei angesichts insgesamt sinkender Zahlen ungewiss. „Aber darauf wollen wir zumindest vorbereitet sein.“
Die Gesamtsumme der geschätzten Kosten von 2,5 Millionen Euro basiere auf Erfahrungswerten. Pro Jugendlichen sei ein Satz von 4.300 Euro pro Monat eine realistische Rechengröße. Werden die Minderjährigen in Heimen untergebracht, so liegen die Kosten bei 5.000 bis 7.000 Euro im Monat. Die gleiche Summe werde auch für Kinder aus deutschen Familien fällig, wenn sie in der Obhut der Jugendämter landen.
Nicht alle minderjährigen, unbegleiteten Flüchtlinge werden aber in Einrichtungen untergebracht. Die Stadt hat derzeit zwei Wohnungen gemietet. Dort werden die Jugendlichen, im Schnitt 15 bis 16 Jahre alt, sozialpädagogisch betreut.
Hinzu kämen Kosten für Dolmetscher. „Diese Jugendlichen müssen hier ankommen, sie müssen unsere Kultur und Sprache lernen“, betont die Leiterin des Jugendamtes. Sie hält von nichts davon, auf Fachkräfte zu verzichten.
Außerdem seien viele der Betroffenen seit zwei Jahren auf der Flucht. „Es ist nicht so, dass diese Jugendlichen vor einer Woche in Syrien ins Flugzeug gestiegen sind“, so Lange-Reichardt. Auch eine solche Vorgeschichte, mnachnal eine Traumatisierung, müsse aufgefangen werden. Im Prinzip seien diese Kinder wie Waisen.
Theoretisch wäre es möglich, die Qualität der Betreuung und Begleitung zu senken und zum Beispiel auf Fachkräfte zu verzichten. Abgesehen davon, dass darunter auch die Integration leiden würde, käme das der Stadt am Ende teuer zu stehen: Die Standards seien vom Landesjugendamt festgelegt worden. Wenn sich Buxtehude daran nicht halte, werde das Land kein Geld erstatten. So fließen die Kosten verspätet aber zu einhundert Prozent vom Land an die Stadt zurück