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Kreis-Fördertopf für Ferienfahrten leer: Arme Kinder müssen zu Hause bleiben

Sommer am Meer? Für Kinder aus zehn sozial benachteiligten Familien bleibt das ein Traum. Der Fördertopf des Landkreises für Ferienfahrten ist schon Ende Mai leer.

tk. Stade. Wie passt das zusammen? Landrat Michael Roesberg verkündet im Finanzausschuss, dass der Kreis Stade dank sprudelnder Steuereinnahmen im vergangenen Jahr einen Überschuss von neun Millionen Euro erwirtschaftet hat. Fast zeitgleich bekommen einkommensschwache Familien Post von der Kreisverwaltung: Der von ihnen beantragte Zuschuss für Kinderferienfahrten wurde abgelehnt. Mindestens zehn Kinder müssen in den Sommerferien zu Hause bleiben. Ein Praktiker aus der Jugendarbeit nennt das "krasse Fehlplanung auf Behördenseite" und vor allem " sozial ungerecht".

Ende Mai, noch vor Beginn der Sommerferien, ist der Fördertopf der Kreisverwaltung für Ferienfahrten leer. Dass es nun Ablehnungsbescheide gibt, hält der Insider für unnötig. Denn: Der Etat könnte überzogen und am Ende des Jahres mit anderen Haushaltsposten ausgeglichen werden. Die Ferienfahrten kosten zwischen 250 und 400 Euro. 50 Prozent davon können als Zuschuss gewährt werden. Der Insider schätzt, dass es ungefähr um 2.000 Euro geht, die fehlen.
Der Erste Kreisrat Eckhart Lantz bestätigt: zehn Anträge wurden abgelehnt. 90 seien genehmigt worden. Der Kreis habe rund 19.000 Euro im Jahr für die Ferientouren-Förderung zur Verfügung - darunter Spenden von Sparkassen - und das Geld sei aufgebraucht. Es handele sich bei den Zuschüssen um freiwillige Leistungen und mit den Budgets müsse die Verwaltung "verantwortungsvoll umgehen", so Lantz. Betroffene könnten versuchen, über das Bildungs- und Teilhabepaket noch Fördergelder zu bekommen. Der Kreis prüft außerdem, ob Fahrten von Drittanbietern, wie Vereinen, aus einem anderen Topf Geld bekommen können: 7,50 Euro pro Tag und bedürftigem Kind. Er sei zudem optimistisch, dass Fahrten im Herbst noch gefördert werden können, so Lantz weiter. Warum das Geld so früh alle sei, müsse geklärt werden. Genauso wie die Frage, ob das Budget 2014 aufgestockt werden muss. Das wird den Kindern, die einen Sommerurlaub dringender nötig haben als Altersgenossen aus besser situierten Familien, nicht helfen.
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