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Landkreis Stade: Müllmengen steigen weiter

Kreisbaurat Hans-Hermann Bode (Foto: archiv)
bc. Stade. Der Landkreis Stade hält seine vertraglichen Verpflichtung ein, jährlich 30.000 Tonnen an die Müllverbrennungsanlage Rugenberger Damm (MVR) in Hamburg zu liefern. Im jüngsten Umweltausschuss des Kreistages berichtete Kreisbaurat Hans-Hermann Bode, dass in 2016 insgesamt sogar 37.751 Tonnen Abfall an die MVR gingen - ungefähr 470 Tonnen mehr als 2015. „Wir werden die Müllmengen bis 2019 erfüllen“, sagte Bode. Wie berichtet, wird auch nach 2019 der Hausmüll aus dem Landkreis nach Hamburg transportiert - allerdings zu besser verhandelten Konditionen.
Insgesamt fielen im Landkreis im vergangenen Jahr rund 411.000 Tonnen Abfall an, wovon dem Kreis als öffentlich rechtlichen Entsorgungsträger 91.317 Tonnen überlassen wurden. Der Rest waren vor allem Bauabfälle, die Privatfirmen entsorgten.
Was auffällt: Die Bewohner des Landkreises produzieren immer mehr Müll. In den vergangenen zwei Jahren stieg die Hausmüllmenge um ca. 1.100 Tonnen an, in 2016 waren es etwa 540 Tonnen mehr als im Vorjahr. Gesamtmenge: 24.410 Tonnen. Der Anstieg ist nicht nur mit der wachsenden Einwohnerzahl zu begründen (1.700 Einwohner mehr), auch das Pro-Kopf-Aufkommen hat sich erhöht. 2009 waren es noch 115 Kilogramm pro Kopf, 2016 schon 122 Kilo.
Auch beim Sperrmüll hat sich was getan. 2016 wurden 4.623 Tonnen eingesammelt - 230 Tonnen mehr als 2015. Davon wurden 352 Tonnen in die Verwertung gegeben, überwiegend in die MVR nach Hamburg.
Einen deutlichen Zuwachs verzeichnet die Kreisverwaltung ebenso bei den Grün- und Gehölzabfällen, die bei den Abfallwirtschaftszentren, den Wertstoffhöfen und den Kompostierplätzen angeliefert werden. 2014 waren es gut 3.000 Tonnen mehr, in 2016 hat sich die Menge nochmals um ca. 4.100 Tonnen erhöht. Nach Angaben des Landkreises hängt der Anstieg vermutlich mit den milden und vegetationsreichen letzten Jahren zusammen.
Weitere Zuwächse registriert der Kreis bei Garten- und Küchenabfällen. Ein Trend zum Kompostieren auf dem eigenen Grundstück sei demnach nicht erkennbar. Auffällig ebenfalls, dass seit einigen Jahren immer mehr Elektroaltgeräte eingesammelt und angeliefert werden. Das gleiche gilt für gefährliche Abfälle.
Auf Nachfrage von FDP-Kreistagspolitiker Peter Rolker, ob der Landkreis über eine Handhabe bei den Müllimporten verfüge, bei denen Abfälle im Seehafen Stade angelandet und entweder mit Binnenschiffen weiterverschifft oder per Lkw zur nächsten Verbrennungsanlage gebracht werden (das WOCHENBLATT berichtete), antwortete Kreisbaurat Bode: „Nein, Mülltransporte sind nicht genehmigungspflichtig.“