Bitte klicken Sie zur Auswahl auf eines der folgenden vier Logos:

Landrat drückt aufs Gas bei Digitalisierung

Landrat Michael Roesberg
bc. Stade. Wie analog und schwerfällig deutsche Behörden trotz immer neuer Online-Angebote heute noch sind, verdeutlichte Stades Landrat Michael Roesberg kürzlich vor den Mitgliedern des Kreistags. Sein Fazit: Vieles, was man dem Bürger oder - moderner ausgedrückt - dem Kunden aufbürdet, müsste im Zeitalter der Digitalisierung eigentlich nicht mehr nötig sein.
Roesberg: „Steuerbescheide, Geburtsbescheinigungen, Krankenkassennachweis: Frischgebackene Mütter und Väter, die Elterngeld beantragen, müssen dafür bis zu einem Dutzend Dokumente sammeln, bei Behörden, staatlichen Stellen und Institutionen anfordern und gebündelt einreichen.“ Eine Fleißarbeit, die Geld, Zeit und Nerven koste.
Roesberg fordert im Sinne des Dienstleistungsgedanken, einmal bei der öffentlichen Hand gewonnene Daten flächendeckend nutzen zu können: „Wir Kommunen erwarten, dass der Bund rechtliche und technische Voraussetzungen für dieses Once-Only-Prinzip schafft, mit dem die Behörden verpflichtet sind, auf vorhandene Daten des Betroffenen in einem elektronischen Register zurückzugreifen. Ich möchte, dass z.B. die mobile Nutzung des neuen Personalausweises als digitaler Identitätsnachweis auch bei unseren Dienstleistungen einsetzbar ist.“
Im Kern geht es darum, dass Behörden digital untereinander kommunizieren. „Wir wollen zum einen den Nutzen für den Kunden erhöhen und gleichzeitig die Effizienz der Verwaltung steigern“, sagt der Erste Kreisrat Dr. Eckart Lantz. Ein erster Ansatz sei das Beispiel Bürgerportal, bei dem nach einem Login alle Dienstleistungen zentral abgerufen und abgewickelt werden könnten.
Auf dem Weg dahin werden Schritt für Schritt immer mehr Online-Services in den Kreishäusern eingeführt. Der Gesetzgeber hat die Behörden mit dem Onlinezugangsgesetz dazu verpflichtet, innerhalb von fünf Jahren alle Verwaltungsleistungen über Online-Portale anzubieten.
Vieles ist schon im Fluss, wird laufend verbessert: Online-Anhörungen in der Bußgeldstelle sollen bald möglich sein, genauso wie Online-Kfz-Zulassungen, auch ein digitales Baugenehmigungsverfahren bietet ein hohes Potenzial zur Beschleunigung der Abläufe, zur Vermeidung von Papier sowie zur Arbeitserleichterung.
Roesberg: „Digitalisierung in der Kreisverwaltung ist ein klarer Aufgabenschwerpunkt für die nächsten Jahre.“