Bitte klicken Sie zur Auswahl auf eines der folgenden vier Logos:

Landrat Roesberg: Dank an ehrenamtliche Deichwächter

Deiche haben in erster Linie eine Schutzfunktion und sind kein Erholungsraum (Foto: Schmidt/Landkreis)
(bc). Landrat Michael Roesberg hat bei einem Empfang im Stader Kreishaus den mehr als 50 Vorstands- und Ausschussmitgliedern sowie Verbandsingenieuren der drei Deichverbände im Landkreis für ihr Engagement gedankt: „Sie haben den Rückhalt der Bevölkerung und der Aufsichtsbehörde verdient, den Respekt und die Anerkennung. Das möchte ich mit dieser Veranstaltung hervorheben.“
Vorsorge vor katastrophalen Überschwemmungen sei jedoch nicht nur Sache der Deichverbände. Roesberg: „Die Eigentümer aller im Schutz der Deiche und Sperrwerke gelegenen Grundstücke sind zur gemeinschaftlichen Deicherhaltung verpflichtet.“ Der Landrat forderte erneut das Umweltministerium in Hannover auf, zügig gemeinsam mit Schleswig-Holstein und Hamburg Erkenntnisse über die künftig erforderlichen Deichhöhen (Bestickhöhen) zu sammeln und entsprechende Maßnahmen beim Küstenschutz einzuleiten.
Roesberg wiederholte seinen Appell an Umweltstaatssekretärin Almut Kottwitz, die Sache im Interesse der Menschen hinter den Deichen zur Chefsache zu machen: „Wir brauchen schnellstens echten Küstenschutz an den Deichen.“ Nicht zuletzt vor dem Hintergrund, dass dem Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrografie offenbar Erkenntnisse über noch deutlich höher zu erwartende Meeresspiegel vorliegen, als bisher zu Grunde gelegt. „Wir möchten nicht erleben, dass wir auf einer Uferlänge von über 100 Kilometer von Cuxhaven bis Hamburg bei Sturmflut zum Überlaufbecken werden“, so Roesberg.
Hintergrund: Das Land Niedersachsen hat als Obere Deichbehörde das sogenannte Bestick festzusetzen und bestimmt damit die notwendige Höhe der Deiche. Dies ist die Basis für die wegen des Klimawandels notwendige Erhöhung der Küstendeiche, zu denen die Elbdeiche gehören.
Nach Angaben von Kreisbaurat Hans-Hermann Bode müssen sich die Menschen hinter den Deichen im Landkreis Stade derzeit allerdings keine Sorgen machen: „Die Deiche an der Elbe und ihren Nebenflüssen Oste, Schwinge, Lühe/Aue und Este sind in einem guten Zustand“, so Bode. Das sei das Ergebnis der zwölf traditionellen Frühjahrsdeichschauen, die jüngst abgeschlossen worden sind.
Aber Bode sprach auch Probleme an: „Dort, wo die Deiche sich in Siedlungsnähe befinden und durch den Menschen mit genutzt werden, bleibt ein gewisses Spannungsverhältnis, zum Beispiel auf Krautsand oder im Alten Land mit Spaziergängern und ihren frei laufenden Hunden.“ Daran sei zu erkennen, dass bei manchen Mitbürgern der Gedanke an die eigentliche Funktion des Deiches verloren gegangen ist und er nur noch als Erholungsraum wahrgenommen werde.