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Leserumfrage zur neuen Buxtehuder Buslinie 2105: "Verbessern und nicht nur herumdoktern"

Die neue Linie 2105 soll die abgeschafften Ringbusse ersetzen. Nach WOCHENBLATT-Lesermeinung gibt es aber noch immer viel zu verbessern (Foto: tk)
Leserbefragung zur neuen Buslinie 2105: Die Kritik am neuen System hält an

tk. Buxtehude.  Es war der Aufreger in den vergangenen Wochen in Buxtehude: Die neuen Buslinien und der Wegfall der bisherigen Ringbuslinien. Es hagelte Proteste. Politik und Stadtverwaltung haben reagiert: Die neue Linie 2105 ersetzt die Ringbusse und verbindet den Süden besser mit der Innenstadt. 90.000 Euro lässt sich Buxtehude das zusätzlich kosten. Das WOCHENBLATT wollte von seinen Lesern wissen: Funktioniert das, hat sich die Situation verbessert?

Das Fazit: Licht und Schatten. Eine Mehrheit der Leser begrüßt zwar die neue Linie, doch es gibt noch immer Kritik an den Veränderungen in der gesamten Linienstruktur.

WOCHENBLATT-Leser Heinrich Peter Hinners findet die 2105 besser als die alten Ringbusse. Er sagt aber auch: "Es wäre schön, wenn die Samstagabend bis 20 Uhr fahren würde." Für ihn ist es "immerhin ein Anfang". Allerdings profitiere davon nur der Süden Buxtehudes. Neukloster und Ketzendorf seien immer noch abgehängt, weil das neue Rufbussystem nicht für eine flexible Nutzung ausgelegt sei. "Die Stadt muss an die Dörfer denken", fordert Hinners.

Und Antje Ghosh, sie hatte die sehr gut besuchte Protestveranstaltung zum neuen Bussystem organisiert, stellt nüchtern fest: "Anstelle der bislang gegenläufigen und gut funktionierenden Ringbuslinien gibt es jetzt drei Buslinien, die schlecht aufeinander abgestimmt sind."

Für Doris Cordes ist "die Buswelt wieder in Ordnung". Dass es spätere Fahrten gibt, empfindet sie "als segensreich. Kritik übt die WOCHENBLATT-Leserin aber an der Art, wie das gesamte Bussystem umgekrempelt wurde. Eine umfassende Fahrgastbefragung wäre ihrer Meinung nach dafür notwendig gewesen.
Sowohl bei der großen Umstellung, als auch jetzt nach der Einführung der Linie 2015, fehlte es an Information. Vorschlag: Personal der der KVG steht den Buspassagieren Rede und Antwort. "Es gibt noch immer Irritationen. Gerade bei älteren Mitbürgern ohne Internet."

Fehlende Information kritisiert auch Thomas Hagemeister, der "durch Zufall" auf die neue Linie aufmerksam geworden ist. Er hält die 2105 zudem "für Quatsch". Würde es wieder den Ringverkehr geben, wäre für ihn alles in Ordnung.
Carsten Bähr ist Pendler und startet morgens an der Haltestelle "Am Klöterbusch". Für ihn gibt es morgens auch mit der 2105 keine gute Verbindung. "Die neue Linie startet frühestens um 8.29 Uhr. Für mich viel zu spät". Er ist zu Fuß ungefähr so schnell beim Bahnhof, wie die Linie unterwegs ist. Grundsätzlich müssten die Fahrpläne noch deutlich besser auf S-Bahn und Metronom abgestimmt werden.
Für Brigitte Natzke, die im Süden Buxtehudes wohnt, hat sich nichts verbessert. Was sie ärgert: Dass die bisher gute Versorgung des Südens mit den Ringbussen "als Luxus" dargestellt werde, der zu Gunsten einer flächendeckenden Netzstruktur aufgegeben wurde. Wenn sich nichts verbessert, wird sie ihre HVV-Jahreskarte kündigen und wieder aufs Auto setzen.

Und WOCHENBLATT-Leserin Ursula Bähr ist überzeugt, dass die Fahrgastzahlen weiter rückläufig sein werden - auch mit der neuen Linie. "Ich verstehe nicht, was an den neuen Lösungen besser sein soll."

Antje Ghosh, die federführend die Proteste gegen den neuen Fahrplan initiiert hat, zieht als Fazit: "Wenn ein Produkt schlecht ist, dann muss man es verbessern und nicht daran herumdoktern."

Das Thema Busverkehr in Buxtehude wird Politik und Verwaltung wohl noch länger beschäftigen. Der Erste Stadtrat Michael Nyveld hatte jüngst während der Bürgerfragestunde im Ausschuss für Stadtentwicklung angekündigt, dass man Erfahrungen sammeln wolle, um anschließend über weitere Veränderungen zu beraten.