Bitte klicken Sie zur Auswahl auf eines der folgenden vier Logos:

Love-Mobile: Gleichstellungsbeauftragte sind sich uneins

Astrid Warburg-Manthey, Gleichstellungsbeauftragte im Rathaus Salzhausen (Foto: oh)
(bc). Die Diskussion um die Love-Mobile nimmt kein Ende. Jetzt herrscht Uneinigkeit unter den Gleichstellungsbeauftragten: Sollen Sperrbezirke an den Bundesstraßen eingerichtet werden? Ja oder nein? Wie berichtet, sprach sich die Regionalkonferenz der Gleichstellungsbeauftragten im ehemaligen Regierungsbezirk Lüneburg für ein Verbot der rollenden Bordelle aus. Astrid Warburg-Manthey und Dörthe Heien, Mitglieder des Arbeitskreises kommunaler Gleichstellungsbeauftragter im Landkreis Harburg, haben da eine andere Meinung.

Das Problem seien nicht die Standorte der Love-Mobile, sondern die Frage, warum es diese Angebote gebe. "Wir sehen neue Sperrzonen kritisch, da die Frauen weiter in die Anonymität gedrängt werden", so Astrid Warburg-Manthey. Hintergrund: Mit der Einführung des Prostitutionsgesetzes 2002 sollte ursprünglich die sogenannte Sittenwidrigkeit abgeschafft und die Rechtsposition von Prostituierten gestärkt werden. Auch wenn rechtlich eine Grundlage geschaffen worden sei, sei die moralische Bewertung der Prostitution gleich geblieben, sagt Warburg-Manthey.

"Prostituierte werden stigmatisiert, egal, aus welcher Motivation heraus die Prostitution ausgeübt wird. Wir vertreten die Auffassung, dass das Gros der Frauen keine andere Alternative in ihrer wirtschaftlichen Situation sieht und deswegen ihren Körper verkauft."

Warburg-Manthey: "Studien zeigen, dass mehr als 80 Prozent aller Männer im Laufe ihres Lebens ein- oder mehrmals sexuelle Kontakte zu Prostituierten haben." So lange "Jedermann" die Frauen als verfügbare Objekte betrachte, werde die Nachfrage nicht verringert und das Errichten weiterer Sperrzonen die Prostitution nicht verhindern.