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Moschee in Buxtehude wird (vorerst) nicht gebaut

In Stade steht die Msochee schon lange, in Buxtehue ist das Projekt ein Vorhaben mit Hindernissen (Foto: tp)

tk. Buxtehude. Die Stadt wird für die von der muslimischen Ahmadiyya Muslim Jamaat-Gemeinde (AMJ) geplante Moschee am Alten Postweg keine Baugenehmigung erteilen. Das teilten Bürgermeisterin Katja Oldenburg-Schmidt und der Erste Stadtrat Michael Nyveld am Dienstag während einer Pressekonferenz mit. Der Grund sind die Erweiterungspläne des Chemieunternehmens Synthopol, das ein benachbartes Grundstück (die Ex-Malteser-Flächen) erworben hat.

Die Prüfung, so Nyveld, war umfangreich und aufwendig. Mit Fachanwälten und dem Gewerbeaufsichtsamt wurde fast ein Jahr lang der Bauaantrag der AMJ unter die Lupe genommen.

Im Kern geht es vereinfacht darum: Durch die Erweiterung von Synthopol müssen Bauanträge aus der Nachbarschaft strenger betrachtet werden. Zwei Aspekte sind für die Ablehnung des AMJ-Bauantrags entscheidend: Der angemessene Abstand von Moschee und Chemieunternehmen müsse 235 Meter betragen. Das ist nicht der Fall.

Zudem ist die Moschee ein Vorhaben mit sogenannter schutzwürdiger Nutzung. Heißt übersetzt: Dort kommen regelmäßig mehr Menschen zusammen als in einem Einfamilienhaus. Alle Moschee-Besucher - auch zufällige Gäste - müssten zum Beispiel über das richtige Verhalten im Fall eines Unglücks Bescheid wissen.
"Unter Abwägung aller Fakten können wir dem Bauantrag nicht stattgeben", so Michael Nyveld. Der nicht-öffentliche tagende Verwaltungsausschuss wurde darüber informiert. "Wir schlagen die Tür aber jetzt nicht zu", betont Bürgermeisterin Katja Oldenburg-Schmidt. Politik und Verwaltung wollen die Gemeinde bei der Suche nach einem geeigneten Grundstück, gegebenenfalls auch aus städtischem Bestand, unterstützen. So verfügt Buxtehude über freie Grundstücke im Gewerbegebiet Alter Postweg.

AMJ-Sprecher Ata Shakoor kündigt an, dass die Unterlagen, die zum Versagen der Baugenehmigung geführt haben, von eigenen Experten geprüft werden. Sofort auf die Moschee-Pläne an diesem Standort zu verzichten, komme derzeit nicht in Frage. Die Gemeinde habe das Grundstück bereits erworben.
Die Synthopol-Erweiterung hat nicht nur Auswirkungen auf die Moschee-Pläne.

Innerhalb des 235-Meter-Radius werden Neubauten schwieriger werden. Das betrifft unter anderem das städtische Technologiezentrum, über dessen Zukunft in diesem Jahr verhandelt wird. Hinter dem Gebäude liegt zum Beispiel noch eine große Freifläche, die bebaut werden könnte. "Es wird immer eine Einzelfallprüfung geben", so der Erste Stadtrat Nyveld über Bauanträge aus der Synthopol-Nachbarschaft. Dass die Eigenheimbesitzer am Alten Postweg in unmittelbarer Nähe zur Chemiefirma jetzt gar nicht mehr an- oder umbauen dürfen, nimmt Nyveld nicht an.