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"Noble" Herberge für Erntehelfer

Bauausschuss winkt Bebauungsplan durch / 26 Mini-Wohnungen geplant

bc. Ladekop. Das Alte Land ist das größte zusammenhängende Obstanbaugebiet Europas. Zur Erntezeit werden jedes Jahr tausende Helfer benötigt, die häufig aus dem Ausland kommen und keinen ganzjährigen Wohnsitz im Alten Land haben. In Westerladekop in der Gemeinde Jork plant jetzt der Obstbau-Betrieb "zum Felde" eine Groß-Unterkunft, die in dieser Form und Dimension sehr selten vorkommt an der Niederelbe.
Bis zu 70 Erntehelfer sollen künftig in einem Bauernhaus in 26 Mehrbett-Zimmern nächtigen - ein Neubau mit Fachwerk nach geltender Gestaltungssatzung - wenn auch nur mit einem Fake-Reetdach aus Kunststoff. Das Planungsbüro "Elbberg" stellte am vergangenen Donnerstag im Bauausschuss den entsprechenden Bebauungsplanentwurf vor.
Angesichts der Visualisierung des Neubaus im Vergleich zu anderen Erntehelfer-Unterkünften (Container, etc.) waren die Ausschuss-Mitglieder fast ausnahmslos positiv überrascht. Stadtplaner Gerd Kruse vom Büro "Elbberg": "Hier wird ein Arbeiter-Schloss geplant."
Neun Zimmer im Erdgeschoss, 17 im Obergeschoss, Spitzboden, Zwei- bis Vier-Bett-Zimmer, Gemeinschaftsräume, eine große Küche, 24 Parkplätze, die Pläne beeindruckten die Politiker derart, dass sie dem Entwurf bei einer Enthaltung sofort zustimmten. Mit dem B-Plan, der im beschleunigten Verfahren aufgestellt werden soll, sollen die rechtlichen Voraussetzungen für die Realisierung des Vorhabens geschaffen werden.
Auf dem Grundstück Westerladekop 113-115, auf dem der Plan gelten soll, befindet sich noch ein altes leerstehendes Bauernhaus, das abgerissen wird. Entlang der Straße sollen zudem zwei Einfamilienhäuser gebaut werden. In der Mitte verläuft dann die Zuwegung zur "noblen" Herberge. "Ich finde es nicht schön, wenn die Erntehelfer oftmals in Containern leben müssen. Ich wollte etwas Nachhaltiges schaffen. Außerdem kann ich so meine Energiekosten drastisch senken", sagt Ralf Heinrich-zum Felde auf WOCHENBLATT-Nachfrage.
Einzig die Verkehrssituation sorgte für einige Nachfragen im Ausschuss. Cord Lefers vom Bürgerverein hält 24 Stellplätze für bis zu 70 Bewohner für zu wenig. Harm Paul Schorpp (Grüne) wies daraufhin, dass eine Zufahrt über den rückwärtigen Weg ausgeschlossen werden muss.