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Oliver Grundmann (CDU): "Steuererhöhungen sind keine Option"

Oliver Grundmann legt los: Der CDU-Bundestagsabgeordnete aus Stade startet in Berlin durch (Foto: privat)

tk. Landkreis Stade. Sein Wahlsieg als CDU-Direktkandidat im Landkreis Stade war unangefochten: Was macht Oliver Grundmann jetzt in Berlin? Wie kann er sich in die Koalitionsverhandlungen einbringen? WOCHENBLATT-Redakteur Tom Kreib hat bei Grundmann nachgefragt.

WOCHENBLATT: Hinter verschlossenen Türen wird über die schwarz-rote Koalition verhandelt. Was bekommen Sie davon außerhalb der Berichterstattung in den Medien mit?
Oliver Grundmann: "Innerhalb der CDU/CSU findet eine enge Verzahnung statt. Annähernd wöchentlich tagen wir in unseren Landesgruppen- und Fraktionssitzungen, auf deren Agenda die Koalitionsverhandlungen natürlich ganz oben stehen. Diese Woche hatten wir zudem den Parlamentskreis Mittelstand, wo wir wichtige Details diskutiert haben. Auch die neuen Wahlkreisabgeordneten sind somit gut informiert."
WOCHENBLATT: Kann sich ein neuer Abgeordneter in diese Verhandlungen überhaupt einbringen?
Grundmann: "Ja, schon. In allen Fraktionsgremien werden die Top-Themen intensiv erörtert. Wichtig ist allen in der CDU-Fraktion, dass unsere Handschrift als Union sichtbar bleibt. Wir dürfen selbstbewusst sein. Diesen Auftrag haben uns die Wählerinnen und Wähler gegeben. Schließlich fehlen uns mit 311 Abgeordneten nur fünf Stimmen für eine absolute Mehrheit im Parlament."
WOCHENBLATT: Wenn Sie mit am Koalitionsverhandlungstisch säßen - was wäre für Sie nicht verhandelbar?
Grundmann: "Bei der jetzigen guten volkswirtschaftlichen Lage sind Steuererhöhungen für mich keine Verhandlungsoption, ganz klar. Die Steuereinnahmen in Deutschland waren nämlich noch nie so hoch wie heute. Der Staat muss mit seinem Geld haushalten. Die Menschen und unsere Wirtschaft wissen am besten, mit ihrem Geld umzugehen. Die Mütterrente ist für mich ebenfalls nicht verhandelbar. Die muss kommen. Das ist eine Frage der Gerechtigkeit."
WOCHENBLATT: Sind Sie in Berlin schon angekommen oder leben Sie noch aus dem Koffer?
Grundmann: "Zur Zeit lebe ich noch aus dem Koffer. Ende November wird eine kleine Mietwohnung in Berlin Mitte frei. Dann sind es nur wenige Minuten zu Fuß zum Reichstag. Meine Büros in Stade und Berlin sind aber bereits arbeitsfähig. Das hatte für mich Vorrang."
WOCHENBLATT: Was hat sie als Neuer im Bundestag am meisten überrascht?
Grundmann: "Die freundliche Kollegialität und das unkomplizierte Miteinander in unserer CDU/CSU-Fraktion hatte ich so nicht erwartet. Wir haben ein gutes Team. Die erfahrenen Profis mit ihrer jahrelangen Parlaments- und Regierungserfahrung, helfen und unterstützen uns junge Abgeordnete. Das macht es einem leichter anzukommen. Ich fühle mich gut aufgehoben und freue mich auf meine Aufgabe als Wahlkreisabgeordneter."