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Osterjork: Fast alle sind für die Teilsperrung

Gute Stimmung in der Festhalle: Gerd Lefers (li.) von der Bürgerinitiative und Bürgermeister Gerd Hubert (Mitte). Moderiert wurde die Veranstaltung von Frank Fligge von „IKU - die Dialoggestalter“
bc. Jork. Den ersten Teil der Sanierung der L140 in Königreich haben die Anlieger und Pendler hinter sich. Laut der Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr soll der Obstmarschenweg (L140) am morgigen Donnerstag nach mehr als sechs Monaten Vollsperrung wieder freigegeben werden. Viel Zeit zum Durchschnaufen bleibt den Altländern allerdings nicht. Im Frühjahr 2018 geht es mit dem Ausbau auf rund 1,5 Kilometern in Osterjork weiter. Informationen dazu erhielten Anlieger bei einer Veranstaltung am Donnerstag in der Jorker Festhalle. Etwa 100 Interessierte waren dabei.
Wichtigste und auch schon bekannte Erkenntnis: In Osterjork wird es keine Vollsperrung geben. Die meisten Betroffenen, vor allem auch die Gewerbetreibenden an der L140 und die Touristiker, finden das gut, auch wenn sich in der Festhalle einige Gegner der halbseitigen Sperrung zu Wort meldeten. Sie führten vor allem die längere Bauzeit (15 bis 18 Monate) an, den damit verbundenen Lärm, die höheren Kosten sowie die schwierige Vereinbarkeit mit den geplanten Baumaßnahmen in Dammhausen und auf der K39. Das Motto der Gegner: „Lieber kurz und schmerzlos als eine längere Teilsperrung.“ Laut Landesbehörde hätte eine Vollsperrung vermutlich „nur“ ca. neun Monate gedauert.
Hans-Jürgen Haase, Leiter der Straßenbau-Behörde, merkte an, dass im gesamten Land pro Jahr 4,5 Mio. Euro für den Um- und Ausbau von Landesstraßen zur Verfügung stünden. Davon gebe das Land alleine 3,7 Mio. Euro in Osterjork aus. Hinzu komme laut Bürgermeister Gerd Hubert der Gemeindeanteil von rund 900.000 Euro. Haase: „Aufgrund der Teilsperrung wird die Maßnahme zehn bis 20 Prozent teurer.“ Geplante Fertigstellung ist im Sommer 2019 vor Beginn der Apfelernte.
Die Sanierung erfolgt in drei Bauabschnitten: Los geht es ab Königreich bis zum Heckenweg auf 500 Metern, dann folgt mit 680 Metern der längste Abschnitt zwischen dem Heckenweg und dem Blütenweg. Abschließend wird der Rest bis zur Einmündung ins Ostfeld saniert. Zunächst wird eine provisorische Straße auf der Nordseite über den jetzigen Radweg gebaut, dann wird die Südseite der Fahrbahn erneuert, danach die Nordseite.
Der Verkehr wird per Ampel geregelt, der Schwerlastverkehr weiträumig umgeleitet. Die ausführende Baufirma steht noch nicht fest, die Ausschreibung hat noch nicht begonnen. Die Auftragsvergabe erfolgt in der Regel vier Wochen vor Baubeginn. „Bis auf wenige Ausnahmen bleiben Grundstückszufahrten und Nebenstraßen weitgehend frei“, informierte die Behörde. Schulbusse sollen weiterhin fahren, ebenso wie der Anlieferverkehr, der Fuß- und Radverkehr wird über den Osterminnerweg geführt. Hubert: „Wir müssen Maßnahmen ergreifen, dass es dort keinen Pkw-Schleichverkehr geben wird.“
Obwohl sich die Jorker Politik mehrheitlich dafür aussprach, den südlichen Seitenstreifen der L140 vorerst nicht zu sanieren, will die Gemeinde laut Bauamts-Mitarbeiter Jens Hadler 100.000 Euro in den Haushaltsplan einstellen, um zumindest „punktuell den Südstreifen auszubauen“.
Gerd Lefers, Obstbauer, Hofladen-Betreiber und Mitglied der Bürgerinitiative, zeigte sich glücklich: „Eine Vollsperrung wäre einem Wirtschaftsbetrieb nicht zuzumuten.“ Dass es zu Chaos vor den Ampeln kommen werde, glaubt Lefers nicht: „Vielleicht am Anfang, aber dann richten sich die Pendlerströme darauf ein.“
• Wie auch in Königreich werden Anwohner in Osterjork an den Kosten für die neue Straßenbeleuchtung beteiligt. Gerd Hubert informierte, dass von 63 Anliegern in Königreich bereits 61 eine Ablösevereinbarung unterschrieben haben. Das heißt: Wer seinen individuellen Beitrag jetzt schon bezahlt - also bevor die Schlussrechnung feststeht - hat die Sache für sich vom Tisch - vertraglich fixiert.