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Planung aus einer Hand von Autobahn und Zubringer: Ginge das?

Diese "Sandwüste" wird die Buxtehuder A26-Abfahrt (Foto: tk)

Der Bund baut die A26, der Landkreis den Zubringer und Bürger ziehen vor Gericht

tk. Landkreis. Das würde kein Häuslebauer machen: Fürs Erdgeschoss ein Planer, für den ersten Stock der nächste und das Dach plant der dritte Architekt. Alles aus einer Hand ist für private Bauherren der Königsweg. Wenn eine Autobahn gebaut wird, ist das anders: Der Bund ist der Bauherr und die konkrete Planung übernehmen die Behörden der Länder. Für die A26 im Landkreis Stade ist daher die Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr in Stade zuständig. Doch deren Planungsaufgabe endet mit der Auf- und Abfahrt. Wie der Verkehr von und zur A26 fließt, das müssen andere regeln. In Buxtehude ist das die Aufgabe des Landkreises, denn die nächst erreichbare Straße ist eine Kreisstraße, die K40 (Rübker Straße). Wäre es nicht sinnvoller, wenn auch bei diesen Großprojekten alles in einer Hand läge?

Denn die Autobahn wird vermutlich längst fertig sein, während für den Zubringer noch kein Bagger rollt. Hintergrund: Der Bauausschuss des Landkreises hat sich gerade für den Ausbau der K40 als Autobahnzubringer ausgesprochen. Weil eine Bürgerinitiative (BI) dagegen klagen wird, wird die A26 fertig sein, der Zubringer aber nicht. Dieser Zustand könnte über Jahre Bestand haben. Die Buxtehuder Ausfahrt würde an einem Stoppschild enden. Hätte das vermieden werden können?

Für Hans-Jürgen Haase, Leiter der Stader Landesbehörde, erklärt: "Das gesamte Verfahren wäre komplett überfrachtet", sagt er. Das der sogenannte nachfolgende Verkehr von einer anderen Planungsbehörde, in diesem Fall der Landkreis, übernommen werde, sei daher richtig.

Autobahnbau sei eine Fortsetzungsplanung, Abschnitt für Abschnitt, so Haase. "Wäre das anders, würde eine Autobahn nie fertig werden", sagt er. Das Argument, wenn A26 und Zubringer aus einer Hand geplant würden, würde es den Streit um die K40 nicht geben, lässt der Behördenchef nicht gelten. "Für den Verlauf der A26 gibt es keine Alternative."

"Irgendwo muss der Übergabepunkt sein", sagt Kreisbaurat Hans-Hermann Bode. Er ist für den Ausbau der K40 verantwortlich. Dass der Bund auch für den nachfolgenden Verkehr plane, sei daher nur Theorie. Es sei denn, fügt Bode hinzu, der Anschluss erfolge über eine Anbindung an eine Bundesstraße. In diesem Fall die B73. Darüber sei in grauer Planungs-Vorzeit sogar diskutiert worden. Realisiert werden konnte das jedoch nicht.