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Politik in Buxtehude: Neue Liebe und "Groko" unter Druck?

"Michael Lemke hat recht." Dieser schlichte Satz hat mein festgefügtes Bild der Buxtehuder Politik kräftig durcheinander gewirbelt. Denn er kam während der jüngsten Buxtehuder Ratssitzungvon Astrid Bade. Bislang hatte die SPD-Fraktionschefin keinen einzigen Satz Lemkes, Fraktionschef der Grünen, auch nur annähernd richtig gefunden. Hat der gemeinsame Antrag von SPD, Grünen und Linken zum Ende der Straßenausbau-Beitragssatzung eine neue rot-rot-grüne Liebe hervorgebracht? Ist die inoffizielle "Buxtehuder Groko" passé?

Seit Urzeiten, früher mit den Fraktionschefs Uwe Hampe (CDU) und Hans-Uwe Hansen (SPD), wurde die Estestadt überwiegend von den beiden großen Fraktionen regiert. Daran hatte sich in der zurückliegenden Ratsperiode mit Arnhild Biesenbach (CDU) und Astrid Bade (SPD) nicht viel geändert. Rein rechnerisch hat rot-rot-grün im Buxtehuder Rat nach der Kommunalwahl allerdings eine satte Mehrheit und das jetzt erstmals ausprobiert.

Bei Sachthemen werde man zusammenarbeiten, mehr aber nicht. Das waren die Aussagen nach der Wahl und aktuell auch bei der öffentlichen Präsentation des gemeinsamen Antrags zur Straßenausbau-Beitragssatzung.

Und dennoch ist etwas anders. "Es könnte einsamer werden, als Sie es gewohnt sind", sagte etwa Nick Freudenthal während der jüngsten Bauausschuss-Sitzung Richtung CDU. Der ehemalige SPD-Youngster, der mittlerweile auch schon die dritte Wahlperiode im Rat sitzt, kann gut mit Grünen und Linken. Und auch bei den Grünen hat sich etwas verändert. Die grüne Ansprechpartnerin für die SPD ist die neue Co-Fraktionschefin Bettina Priebe. Und mit der können die Genossen offenbar besser als mit dem Kollegen Lemke, den manche in der SPD für eine echte Nervensäge halten.

Spätestens dann, wenn sich Astrid Bade und Michael Lemke vor einer Sitzung mit Küsschen rechts und Küsschen links begrüßen, dürfte jedem klar sein: in Buxtehude hat ein neues Zeitalter begonnen. Dann dürfte die politische Beziehungskiste von Arnhild Biesenbach und Astrid Bade schwer unter Druck stehen - Scheidung nicht ausgeschlossen.
Tom Kreib