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Risiko oder Chance? Elbe Kliniken könnten expandieren

Die Elbe Kliniken sind der Garant für gute medizinsiche Versorgung im Landkreis Stade. Soll die Verantwortung auch auf den Landkreis Rotenburg ausgedehnt werden? (Foto: archiv)
 
Die OsteMed Kliniken - hier in Zeven - sind in die roten Zahlen geruscht. Ein neuer Partner soll gefunden werden. (Foto: Rotenburger Rundschau)

tk. Stade/Buxtehude. Geschäftsführung und Aufsichtsrat der Elbe Kliniken stehen vor einer schwierigen Entscheidung: Soll eine enge Kooperation oder gar die Übernahme der OsteMed Kliniken in Bremervörde und Zeven angestrebt werden? Die beiden Krankenhäuser im Nachbarlandkreis Rotenburg sind in die roten Zahlen gerutscht. Vorübergehend soll der Kreis Rotenburg dort die Regie übernehmen und Kapital in die Einrichtungen pumpen. Danach könnten die Elbe Kliniken ins Spiel kommen.

Hintergrund: Die Krankenhäuser in Zeven und Bremervörde gehören dem Kreis Rotenburg (50.1 Prozent) und der Sana Klinken AG (49,9 Prozent). Die Kommune wird voraussichtlich den SanaMed-Anteil übernehmen und Geld für die Umstrukturierung der defizitären Krankenhäuser bereitstellen. Unbestätigte Angaben sprechen von rund acht Millionen Euro.
So kommen die Elbe Kliniken ins Spiel: Seit einigen Jahren arbeiten die Krankenhäuser in Stade und Bremervörde eng zusammen. Chirurgen und Internisten sowie ein Neurologe aus Stade praktizieren in Bremervörde. Außerdem läuft die Arzneimittelversorgung über den Stader/Buxtehuder Krankenhausverbund.
"Bisher gab es nur lose Gespräche", sagt Siegfried Ristau. Geschäftsführer der Elbe Kliniken. Konkret könne erst dann verhandelt werden, wenn der Rotenburger Kreistag der Übernahme der SanaMed-Anteile zugestimmt habe. Ein Verschwinden der defizitären OsteMed-Einrichtungen fände Ristau falsch. Es gehe nicht darum, dass die Konkurrenz weniger werde. "Wir brauchen eine Basisversorgung in der Fläche." Die sei ohne Bremervörde und Zeven nicht gewährleistet.

Gemeinnützigkeit ist wichtig

Was sich Siegfried Ristau vorstellen könnte, wäre eine Aufteilung der Zusammenarbeit zwischen den Elbe Kliniken und dem Rotenburger Diakoniekrankenhaus. Bremervörde zu Stade und Zeven zu Rotenburg. "Das wäre schon aufgrund der Entfernungen sinnvoll", sagt Ristau. Neben den Elbe Kliniken ist auch das Rotenburger Krankenhaus als Kooperationspartner im Gespräch. Rotenburg gehört inzwischen zum Agaplesion-Klinikverbund - Umsatz mehr als eine Milliarde Euro - und damit in die Liga der Top Ten im Gesundheitsmarkt.
Die Rotenburger Rundschau berichtete, dass eine neues Konzept - samt Kooperationspartnern - für die OsteMed-Kliniken bereits im Sommer 2014 vorliegen solle. Der Zeitplan ist eng. Dabei spielt im Kreis Rotenburg die Landratswahl im Oktober eine Rolle. Landrat Hermann Luttmann (CDU) will das Thema vermutlich vorher als vermeintlicher Klinik-Retter vom Tisch haben.
Für den Stader Klinikverbund wäre es laut Ristau eine Vorbedingung, dass die auf Gewinne zielende OsteMed-Aktiengesellschaft in eine gemeinnützige Gesellschaft (gGmbH) wie die Elbe Kliniken umgewandelt würde. Die Frage, wie und ob sich Buxtehude und Stade auch finanziell im Nachbarlandkreis engagierten, sei derzeit offen.
Investitionen außerhalb Buxtehudes und Stades wären dem Personal des Elbe Klinikums nur schwer vermittelbar. Mit Einsparmaßnahmen, etwa Outsourcing beim Reinigungspersonal, mussten die Mitarbeiter schon einen gewaltigen Anteil zur Kostenreduzierung beitragen.
Was für die strategischen Planer des Elbe Klinikums für eine enge Zusammenarbeit mit den Krankenhäusern der Nachbarn spricht: Es könnte sich sonst ein auf Gewinnmaximierung fixierter straff organisierter Gesundheitskonzern in der Nachbarschaft niederlassen. "Die betreiben Rosinenpickerei mit lukrativen und planbaren chirurgischen Eingriffen", sagt ein Krankenhaus-Insider.