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Soll der Buxtehuder Rat wieder im Ratssaal tagen?

Seit Jahren tagen Rat und Ausschüsse im Stadthaus. Der Rat trifft sich nur noch zur Weihnachtssitzung im denkmalgeschützten Rathaus (Foto: tk)
Rathaus-Sanierung fast abgeschlossen: Zieht die Politik wieder zurück?

tk. Buxtehude. Wie soll es sein? Prachtvoll und historisch oder nüchtern und funktional? Tolles Ambiente, aber schlechte Akustik, oder nüchterne Wände, dafür aber moderne Technik? Ratssaal im Rathaus vs. Großer Sitzungssaal im Stadthaus - das ist das Duell der politischen Tagungsorte, über die entschieden werden muss. Denn: Die Sanierung des denkmalgeschützten Rathauses ist fast abgeschlossen. Der Fahrstuhl ist eingebaut und das Gebäude ist barrierefrei. Es stehen nur noch Restarbeiten und die Sanierung einiger Büroräume an, erklärt Erster Stadtrat Michael Nyveld.



Vor einigen Jahren, das Stadthaus als Verwaltungshauptquartier war noch im Bau, war ein regelrechter Glaubenskrieg zwischen Traditionalisten und den Befürwortern zeitgemäßer Sitzungsorte mit Beamer, Akustikanlage und Co. entbrannt. Wenigstens der Rat, so der kleinste gemeinsame Nenner, müsse im Rathaus tagen. Das tut er zur Zeit aber nur einmal: während der Weihnachtssitzung.

Die Macht der Gewohnheit, nämlich im Stadthaus zu tagen, hat offenbar dazu geführt, dass der Ratssaal einen politischen Dornröschenschlaf führt. Keiner redet mehr darüber.

Für die Stadtverwaltung, das erklärt Fachbereichsleiter Ralf Dessel, sind Sitzungen im Stadthaus einfacher. Wenn etwas fehle, könne der Kollege Unterlagen schnell holen. Hinzu kommt, dass kein Hausmeister extra das Rathaus auf- und abschließen muss. Der heutige Große Sitzungssaal, darauf weist Dessel hin, sei deshalb auch größer gebaut worden als es in den ursprünglichen Stadthaus-Plänen vorgesehen war.

Das WOCHENBLATT hat die Stimmungslage in der Politik erkundet. Klarer Fall: es gibt eine Mehrheit für den Rat im Ratssaal. CDU-Fraktionschefin Arnhild Biesenbach: "Es ist richtig, den Ratssaal wieder verstärkt für den Rat zu nutzen." SPD-Fraktionschefin Astrid Bade betont, dass die Ausschüsse aber weiterhin im Stadthaus tagen sollten. Der "Pendelverkehr" der Verwaltung bei Ausschusssitzungen im Rathaus sei wenig produktiv, so Bade. Und Michael Lemke, Fraktionschef der Grünen, ist ebenfalls Traditionalist: "Wir müssen den schönen Saal stärker nutzen." Es sieht also danach aus, als ob der Rat bald wieder im Rathaus tagt.