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Streit um Ausbaggerung der Este in Buxtehude: 800 Meter oder elf Kilometer?

Der Buxtehuder Hafen soll aufgewertet werden. Dieses ziel verfolgt auch die geplante Ausbaggerung. Doch bis zu welchen Flusskilometer, ist umstritten (Foto: tk)
SPD kritisiert geplante Ausbaggerung der Este: Zusagen müssen eingehalten werden

tk. Buxtehude. Der Unterschied zwischen 800 Metern und elf Kilometern ist beträchtlich: Das Wasser- und Schifffahrtsamt (WSA) will den Buxtehuder Hafen und die Este stromabwärts auf 600 bis 800 Metern ausbaggern. Die SPD-Fraktion ist entsetzt über die "Bagger-Aktion light". "Es gibt eine schriftliche Zusage von Enak Ferlemann (CDU), Staatssekretär im Bundesverkehrsministerium, dass die Este auf elf Kilometern ausgebaggert wird", sagt SPD-Ratsherr Horst Subei. Buxtehudes Erster Stadtrat Michael Nyveld weiß von dieser Zusage nichts. Es sei immer darum gegangen, das Tidefenster zu vergrößern, damit Motorboote den Hafen besser erreichen können.



Als Buxtehude 2013 die Klage gegen die A26-Flachbrücke zurückgezogen hatte, gab es im Gegenzug den Titel Hansestadt und die Zusicherung, dass der Hafen und die Este ausgebaggert werden. Das ist bislang noch nicht geschehen. Das Ziel: Wenn das Tidefenster den Hafen in einem Zeitraum von rund fünf Stunden erreichbar macht, können Motorboot-Kapitäne Buxtehude besser ansteuern. Das sollte ausgleichen, dass durch die Flachbrücke Segelschiffe die Estestadt nicht mehr erreichen - es sei denn, der Mast wird umgelegt. Nyveld: "Das touristische Potential des Hafens soll verbessert werden."

Das WSA hatte als Vorbedingung das Ausbaggern des Mühlenteichs gestellt. Sonst wäre der sandfreie Hafen gleich wieder verschlickt. Der Mühlenteich ist 2015 ausgebaggert worden. Nyveld geht nach Gesprächen mit dem WSA davon aus, dass die zugesagten Arbeiten im Frühjahr erfolgen. Und zwar im Hafen und einige hundert Meter weiter Richtung Cranz. Diese rund 1.000 Metern seien der problematische Bereich, der besonders stark versandet sei.

Die SPD sieht das anders: Im Vorfeld der entscheidenden Ratssitzung zur Klagerücknahme 2013 habe es ein Papier von Enak Ferlemann gegeben, in dem er die elf Kilometer zugesagt habe. Jetzt wolle sich das WSA vermutlich aus finanziellen Gründen aus der Verantwortung herausstehlen, kritisiert Horst Subei.
Er findet die Mini-Baggeraktion auch deshalb falsch, weil sie für den Hochwassserschutz nichts bringe. Nur dann, wenn das Bett der Este mehr Wasser aufnehmen könne, sei für die Unterlieger in Estebrügge und Cranz auch etwas sinnvolles erreicht worden. "Das wäre dann ganzheitlicher Hochwasserschutz", so Subei.

Die Buxtehuder Stadtverwaltung soll jetzt mit dem WSA nachverhandeln, um die "Ausbaggerung light" zu verhindern, beantragt die SPD-Fraktion.