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Sudanesen demonstrieren vor Gericht: "Wir brauchen Sicherheit"

Zwölf Sudanesen protestierten vor dem Stader Verwaltungsgericht (Foto: bc)
bc. Stade. Zwölf Sudanesen - die meisten davon leben derzeit in Stade - haben am Freitagmorgen vor dem Verwaltungsgericht (VG) am Sande in Stade gegen ihre langwierigen Asylklageverfahren protestiert. Rabih Mohammad (31) wartet nach eigenen Angaben seit fast zwei Jahren auf ein Urteil. Er hat wie alle anderen Demonstranten auch gegen seinen abgelehnten Asylantrag geklagt. „Wir brauchen Sicherheit, fühlen uns in Deutschland ausgegrenzt“, sagt Rabih Mohammad, der die Protestaktion angemeldet hatte.
Im Sudan herrsche Krieg, er werde politisch verfolgt. „Wir haben im Sudan keine Zukunft. Unsere Zukunft liegt in Deutschland“, so Rabih Mohammad. Er kritisiert, dass Flüchtlinge aus Eritrea und Somalia einfacher ein Bleiberecht in Deutschland erhalten würden als Sudanesen: „Wir haben Angst, abgeschoben zu werden.“ Aus eigener Tasche habe er bereits viel Geld für Sprachkurse ausgegeben, da Sudanesen kein Recht auf die Teilnahme an Kursen hätten.
Das WOCHENBLATT fragt bei Richard Wermes, Vize-Präsident am VG Stade, nach. „Die Klageverfahren werden nacheinander nach dem zeitlichen Eingang abgehandelt. Sudanesen werden behandelt wie alle anderen auch. Die meisten der Verfahren sudanesischer Staatsangehörige sind erst 2017 eingegangen“, sagt der Gerichtssprecher. Allein im Jahr 2017 seien insgesamt 2.622 Asylverfahren beim VG Stade eingegangen.
Zum Hintergrund: Häufig ist es bei sudanesischen Staatsangehörigen so, dass das Bundesamt für Migration die Asylanträge mit „einfach“ unbegründet ablehnt. Das bedeutet im Gegensatz zu einem „offensichtlich“ unbegründeten Antrag, dass eine Klage gegen den Asylbescheid eine aufschiebende Wirkung hat. Die Sudanesen sind dann nicht von Abschiebung bedroht, werden geduldet, solange der Gerichtsprozess nicht abgeschlossen ist.