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"Tschüss" nach 40 Jahren - Heiner Schönecke CDU verabschiedet sich aus der Kreispolitik

Heiner Schönecke (re.) immer „mittendrin“ - Hier beim Dorffest in Sprötze 2014 mit Buchholz‘ Bürgermeister Jan-Hendrik Röhse
mi. Landkreis. Nach 40 Jahren aktiver Kommunalpolitik sagt Heiner Schönecke (70) „tschüss.“ Der CDU-Landtagsabgeordnete und stellvertretende Landrat aus Neu Wulmstorf kandiert nicht mehr für den neuen Kreistag. Schöneckes Rückzug aus der Kreispolitik kam für viele überraschend.
„Das politische Feuer brennt noch in mir“, hatte Heiner Schönecke kürzlich noch auf der Feier anlässlich seines 70. Geburtstags gesagt. Auf der Mitgliederversammlung der Kreis-CDU ließ der Christdemokrat, der selbst wegen einer Landtagssitzung nicht anwesend sein konnte, jetzt ein Schreiben verlesen, in dem er seinen Abschied von der Kreispolitik bekannt gab: „Die kommunalpolitische Arbeit war für mich immer sehr erfüllend, mit großer Freude habe ich auch den Streit in der Sache gesucht. Jetzt beginnt wieder der Wahlkampf für die CDU - aber nicht mehr für mich. Nach 40-jähriger kommunalpolitischer Tätigkeit habe ich mich entschlossen, nicht mehr für den Kreistag zu kandieren.“
Heiner Schönecke begründet seine Entscheidung mit seiner Arbeit für die Landtagsfraktion der CDU und neuen Aufgaben als stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender beim Energieversorger EWE. Er habe es sich zur Maxime gemacht, bei Beginn von etwas Neuem etwas Altes aufzugeben. Die neuen Tätigkeitsfelder bei der EWE ließen ihm so gut wie keinen Raum für sein kommunalpolitisches Engagement. „Wenn ich etwas mache, dann will ich es auch mit vollem Einsatz und richtig machen“, so Schönecke.
Mit Heiner Schönecke verlässt einer der prägendsten politischen Köpfe im Landkreis das Kreistags-Parkett. Seine erste Berührung mit der Kreispolitik hatte der junge Heiner Schönecke bereits 1972, als er für den Kreisjugendring im Kreisjugendausschuss saß. Im Jahr 1976 wurde er dann für die CDU in den Kreistag gewählt und behielt sein Mandat ohne Unterbrechung. Einer seiner größten Erfolge war, dass das Freilichtmuseum am Kiekeberg 1987 von der Stadt Hamburg auf den Landkreis Harburg überging. Schönecke ist auch maßgeblich an der Gründung des Kiekeberg-Fördervereins mit mittlerweile über 11.000 Mitgliedern beteiligt, dem er heute noch vorsitzt. Ob Zukunftswerkstatt Buchholz oder sein Engagement für die plattdeutsche Sprache - Heiner Schönecke hat sich vielfältig für die Region eingesetzt. Manchmal auch mit unkonventionellen Aktionen wie einem öffentlichen „Steak-Essen“, als in den späten 1990er Jahren die Angst der Konsumenten vor Rinderwahnsinn auch im Landkreis Harburg Landwirten schwer zu schaffen machte. „Solche Aktionen gemeinsam mit den richtigen Leuten auf die Beine zu stellen, hat mir immer Spaß gemacht“, so Schönecke.
Heiner Schönecke ist ein Politiker mit ausreichend Kanten, um auch mal anzuecken. „Ich habe mich gerne und viel gestritten“, so Schönecke. Genau dieses Profil, seine Sachkenntnis, die Bereitschaft, den unkonventionellen Lösungsweg zu suchen und im politischen Streit klare Worte zu finden, sind es wohl, die dem Christdemokraten bei Wahlen immer wieder Stimmen weit über das schwarze Wählerspektrum hinaus einbrachten. Auf diesen Bonus kann die Kreis-CDU nun nicht mehr setzen.
„Als Landtagsabgeordneter werde ich mich aber weiterhin intensiv für die Bürger und die Region einsetzen“, so Schönecke. Natürlich stehe er auch der Kreis-CDU im Wahlkampf aktiv zur Seite - nur eben nicht mehr als Kandidat.