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Übernahme der OsteMed-Kliniken: "Niemand muss Angst um Jobs haben"

Gesamtbetriebsrats will Sorgen zerstreuen

tk. Stade. Die Elbe Kliniken verhandeln über eine Mehrheitsbeteiligung an den defizitären Krankenhäusern der OsteMed-Gruppe im Kreis Rotenburg. Weil beide Häuser tief in den roten Zahlen stecken, machen sich mittlerweile manche Mitarbeiter der Krankenhäuser in Stade und Buxtehude Sorgen: Werden die Einrichtungen in Bremervörde und Zeven auf Kosten der Stader und Buxtehuder Belegschaft saniert? Der Gesamtbetriebsratsvorsitzende Kai Holm kann die Sorgen verstehen und sagt ganz klar: "Wir sind bei der Sanierung dabei, aber nicht auf Kosten unserer Belegschaft." Holm ist optimistisch, dass dies auch gelingt. "Es gibt kein Grund für Unruhe."

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Elbe Klinik hätten in den vergangenen zehn Jahren Einkommensverzicht geübt. Holm: "Das war notwendig, denn sonst stünden wir heute nicht so gut da." So sind die Elbe Kliniken 2001 aus der Tarifbindung des öffentlichen Dienstes ausgestiegen, es wurden Tochtergesellschaften gegründet, die Reinigung komplett ausgelagert. Das hat durchaus für Verdruss gesorgt. So hatte das WOCHENBLATT etwa über den Ärger von Reinigungskräften vor einigen Jahren berichtet. Ihnen wurde, so damals die Kritik, bei immer weniger Personal immer mehr Arbeit aufgebürdet.

Es werde keine Investitionen der Elbe Kliniken im Kreis Rotenburg geben, so Holm. An den eigenen Häusern stehen noch zukunftsweisende Projekte an. Die finanzielle Last, sowohl der Defizitausgleich als auch die Modernisierung der Häuser, werde der Kreis Rotenburg schultern müssen. Der habe den Beschluss gefasst, dass beide Klinik-Standorte erhalten bleiben. Das wird nicht einfach. Denn: Bei der letzten Zusammenkunft mit Klinikvertretern und der Landespolitik hat es nach unbestätigten Angaben die Ansage aus Hannover gegeben, dass es keine Finanzspritze für Zeven geben werde. Das Haus sei nicht relevant für ein funktionierendes Gesundheitssystem in der Region. Das war für die Rotenburger Verhandlungspartner ein Schock.

Angst um ihre Jobs müsse nach Holms Worten kein Mitarbeiter der OsteMed-Kliniken haben. Im Pflegebereich werden Fachkräfte händeringend gesucht. Weil es schwierig sei, freie Stellen zu besetzen, könne das Gespenst der betriebsbedingten Kündigungen verscheucht werden.