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Unterhaltsvorschuss: Säumigen Zahlern auf der Spur

Beim Thema Geld wird ein Trennungsstreit oft schmutzig - leider auch, wenn Kinder da sind (Foto: archiv)

Unterhaltsvorschuss: Warum Väter tricksen

tk. Buxtehude. Im Jahr zahlt der Staat 650 Millionen Euro Unterhaltsvorschuss. Demnächst kommen 350 Millionen Euro obendrauf, weil der Kreis der Berechtigten wächst. Mit dem Unterhaltsvorschuss werden Alleinerziehende >unterstützt, wenn ein Elternteil seine finanziellen Verpflichtung verweigert.



Die Zahlen gingen vor wenigen Tagen bundesweit durch die Medien. Und noch eine Zahl wurde dabei genannt: Nur bei 23 Prozent der säumigen Zahler - überwiegend Väter - kann sich der Staat den Unterhaltsvorschuss zurückholen. Laut Bundesfamilienministerin wurden 2015 nur 192 Millionen Euro wieder eingetrieben. Wie kann das sein? Das WOCHENBLATT hat bei der Abteilung für Unterhaltsvorschuss in der Buxtehuder Stadtverwaltung nachgefragt. Wie sieht die Praxis aus und warum scheitert das Geldeintreiben in vielen Fällen? Die Mitarbeiterin, die detektivische Arbeit leistet und sich nicht nur Freunde macht, muss dabei anonym bleiben.

Die Rückholquote liegt in Buxtehude bei 25 Prozent und damit leicht über dem Bundesdurchschnitt. "Wir sind immer engagiert bemüht, das Geld auch zurückzuholen", sagt die Mitarbeiterin. Interessantes Detail: Die Zahl der alleinerziehende Väter und auf der anderen Seite der sämigen Zahlerinnen steigt.
"Einige können wirklich nicht zahlen", so die Fachfrau. Wenn die Betroffenen Arbeitslosengeld oder Hartz IV kassieren, muss für sie genug für den Mindest-Lebensunterhalt bleiben. Aber: Das sei kein Freibrief fürs Nichtzahlen. "Wir können verlangen, dass sich jemand engagiert bewirbt oder auch andere Arbeit außerhalb seines erlernten Jobs annimmt."

Es gibt aber auch die Fälle, bei denen der Trennungsstreit auf dem Rücken der Kinder ausgetragen wird. Mit dem Nicht-Zahlen soll der Ex-Partner bestraft werden. Diese Zahlungsverweigerer würden zum Beispiel häufig umziehen oder den Job wechseln. Die Abteilung für Unterhaltsvorschuss muss dann recherchieren. Bei Arbeitgebern, der Krankenkasse oder der Führerscheinstelle. Und manchmal ist der Betroffene gerade wieder verschwunden, wenn er aufgespürt wurde."Wir bleiben trotzdem am Ball", sagt die Mitarbeiterin. Denn es dürfe nicht vergessen werden, dass es sich beim Unterhaltsvorschuss um Steuergelder handelt.
• Der Unterhaltsvorschuss beträgt je nach Alter des Kindes zwischen 152 und 268 Euro. Die Summe wird aber mit dem Kindeereld verrechnet.