Bitte klicken Sie zur Auswahl auf eines der folgenden vier Logos:

"Unverzichtbar für Schüler": Deutsch als Zweitsprache im Landkreis Stade

Eine Vorzeigeprojekt soll weitergehen!

tk. Stade. Dieses Vorbildprojekt muss weitergehen: Die Sprachförderung von Kindern aus Migrantenfamilien an Schulen soll im Landkreis Stade im bisherigen Umfang weiterlaufen. Das wollen unisono Kreisverwaltung und Politik. Das Problem: Das Budget mit Bundesmitteln, aus dem "Deutsch als Zweitsprache" finanziert wird, ist Ende des Jahres aufgebraucht. Der Landrat soll versuchen, Mittel in Hannover loszueisen. Klappt das nicht, wird der Kreis wohl die Kosten übernehmen müssen.



Angesichts des steigenden Flüchtlingsstroms hat Sprachförderung als zentrales Instrument der Integration einen hohen Stellenwert. Landrat Michael Roesberg will einen "nahtlosen Übergang".
"Deutsch als Zweitsprache" (DAZ) wird mit Restmitteln aus dem Bildungs- und Teilhabepaket finanziert. Der Bund hat diese sinnvolle - aber ursprünglich nicht geplante - Nutzung abgesegnet. Unterstützt werden überwiegend Kinder aus Migrantenfamilien. Angesichts der vielen neuen Flüchtlinge wird der Bedarf steigen.
Die Zahlen unterstreichen den hohen Stellenwert dieses Modellprojekts: Aktuell werden rund 200 Kinder an 48 Schulen im Kreis Stade aus diesem Topf gefördert. Insgesamt liegt der Förderbedarf aber bei mehr als 300 Kindern. Die Kosten werden bis Ende des Jahres rund 300.000 Euro betragen.

Von 2011, dem Start von "DAZ", bis November 2013 sind 294 Schülerinnen und Schüler mit mehr als 11.000 Unterrichtsstunden unterstützt worden. Der Unterricht wird in den jeweiligen Schulen von Lehrkräften der Volkshochschule erteilt, die über viel Erfahrung im Unterricht von Deutsch als Zweitsprache verfügen.

Ullrich Mayntz, Schulleiter der Grundschule in Altkloster: "Dieses Programm ist unverzichtbar." Angesichts des zu erwartenden Flüchtlingsstroms müsse es weitergehen. Mit ihren Bordmitteln könnten die Schulen dieses Angebot nicht finanzieren.

"Der Kreis Stade ist vorbildlich", sagt Petra Tiemann über "DAZ". Die Unterstützung von Menschen aus anderen Ländern werde zumindest im Stader Raum als "gesamtgesellschaftliche Aufgabe" begriffen. Die SPD-Landtagsabgeordnete will einen Termin mit Landrat und Kultusministerin vereinbaren. Das Ziel: Eine Förderung aus Landesmitteln hinzubekommen. Ob das klappt, steht in den Sternen.

KOMMENTAR: Innovation wird belohnt!


Das Land Niedersachsen hat erkannt, was der Landkreis Stade seit 2011 praktiziert: Gezielte Sprachförderung von Kindern aus Migrantenfamilien ist ein entscheidender Baustein für Integration, Bildung und damit für Zukunftschancen. In einem Runderlass aus dem Juli 2014 wird detailliert beschrieben, wie eine solche Förderung aussehen soll. Unter anderem mit Förderkursen "Deutsch als Zweitsprache". Das dürfte Stader Bildungsexperten sehr bekannt vorkommen.

Wer innovativ ist und mit Steuergeldern nachhaltig Positives schafft, sollte belohnt werden: mit einer weiteren Förderung für ein erfolgreiches Modellprojekt.

Tom Kreib