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Wenn das Einkommen für die Miete nicht reicht

Sylvia Köhnken (Foto: tk)
Was eine ehrenamtliche Schuldenberaterin und der Diakonieverband sagen

tk. Buxtehude. Die Buxtehuder CDU-Ratsfrau Slyvia Köhnken engagiert sich ehrenamtlich in der Schuldnerberatung. "Immer mehr Menschen können in Buxtehude ihre Miete nicht mehr bezahlen", sagt sie. Es komme inzwischen sehr oft vor, dass ihre Klienten über bedrückende Wohnungsprobleme klagen.
Dabei handele es sich häufig um Familien, bei denen beide Eltern arbeiten, die aber dennoch nicht über mehr als 1.500 Euro netto Monatseinkommen verfügen. "Für die sind die Buxtehuder Mieten zu hoch." Viele würden Aufstockungsleistungen des Jobcenters nicht beantragen, obwohl sei ein Recht darauf hätten. "Die wollen es aus eigener Kraft schaffen", sagt Sylvia Köhnken.
Und es gibt Einzelfälle, die besonders krass seien: Ein geschiedener Vater kann sein Kind nicht bei sich haben, weil er von 1.200 Euro keine Wohnung bezahlen kann, wie es für den Besuch durch die Umgangsrechte festgelegt sei. "Er wohnt zur Untermiete", so Köhnken.
Sie hat zudem die Erfahrung gemacht, "dass es die schlimmsten Wohnungen Buxtehudes sind, bei denen nur auf die Rendite geguckt wird." Dort fliege, wer nicht zahle sofort. Sylvia Köhnken betreut unter anderem auch Mieter aus dem "Basner"-Hochhaus an der Schröderstraße. "Es gibt aber auch die positiven Ausnahmen", betont Köhnken. Gerade bei Alleinerziehenden würden viele private Vermieter soziale Verantwortung zeigen und die Betroffenen nicht auf die Straße setzen.
"In unseren Beratungen hat das Thema Wohnungsnot im Laufe des vergangenen Jahres deutlich zugenommen", sagt Nadine Frenkel von der Beratungsstelle des Diakonieverbandes Buxtehude-Stade. Für Familien, die auf Sozialleistungen angewiesen seien, sei es sehr schwer geworden, Wohnungen zu finden, die in der Angemessenheitsgrenze des Jobcenters liege. Das betreffe nicht nur die Städte, sondern in zunehmenden Maße auch das Umland. "Wenn Faktoren wie alleinerziehend, mehr als drei Kinder oder Migrationshintergrund hinzukommen, haben diese Menschen kaum eine Chance, eine angemessene Wohnung zu finden", sagt Nadine Frenkel.

Dazu auch der Artikel Wohnungsnot in Buxtehdue wird immer größer