Bitte klicken Sie zur Auswahl auf eines der folgenden vier Logos:

Wenn der Alltag schwer wird: Der Weg zur Hilfe ist für Senioren oft viel zu lang

Senioren sollten sich Gedanken über Hilfen im Alltag machen, bevor es wirklich notwendig ist (Foto: Foto: Rainer Sturm/pixelio)

tk. Buxtehude. Dass die Menschen immer älter werden und die Gesellschaft darauf reagieren muss, ist eine Tatsache. In vielen politischen Sonntagsreden kommt der demographische Wandel daher als wichtiges Thema vor. Die Lebenswirklichkeit vieler Senioren, die dringend und vor allem schnell Hilfe benötigen, sieht dagegen düster aus.

Gisela Punke vom Horneburger Mehrgenerationenhaus schildert den Fall einer alten Dame: Die war von jetzt auf gleich auf den Service "Essen auf Rädern" angewiesen. Weil sich die Seniorin das von ihrer kleinen Rente nicht leisten konnte, musste sie Unterstützung beim Sozialamt beantragen. Damit die Betroffene während der Bearbeitungsphase nicht hungern musste, wurde der Essens-Service aus Spenden finanziert. "Solche Dinge dauern viel zu lange", kritisiert Punke.

Es fehlt an Beratung vor Ort

Und nicht nur das: Es fehlt schlichtweg an Einrichtungen vor Ort, die Senioren oder deren Angehörige kompetent beraten, wenn der Alltag aus eigener Kraft nicht mehr zu bewältigen ist.
"In jedem kleinen Dorf müsste es eine solche Anlaufstelle geben", fordert Gisela Punke. Vor allem für die, die nicht mehr beweglich sind und nur ein schmales Budget zur Verfügung haben. Sie rechnet vor: Die Fahrt von Horneburg nach Stade, dort sitzt das Sozialamt, kostet 5,60 Euro. Zum Vergleich: Der amtliche Sozialhilfesatz für ein Mittagsessen liegt bei rund 2,40 Euro. Essen oder Antrag stellen - für Betroffene ist das keine theoretische Frage.
Hinzu kommt: Für Menschen, die körperlich nicht mehr fit sind und die kein eigenes Auto haben, ist die Reise vom "platten Land" in die Kreisstadt weit und beschwerlich. Für die, die Hilfe nötig haben, ist der Weg zur Hilfe daher alles andere als barriefrei.
Annegret Scharmacher ist Pflegedienstleiterin der Sozialstation Buxtehude. Aus Erfahrung weiß sie: Viele Senioren machen sich erst dann Gedanken über Pflege oder Unterstützung im Haushalt, wenn es fast schon zu spät ist. Oft erst dann, wenn Ärzte im Krankenhaus mitteilen: Ohne Unterstützung funktioniert der Alltag nicht mehr. Um im Vorfeld zu beraten, findet in Buxtehude künftig einmal im Monat eine Pflegesprechstunde statt. Annegret Scharmacher bietet ab Januar an jedem ersten Dienstag im Monat im Stadthaus (Poststr.) Beratung zur Pflege an. Beginn: 14 Uhr. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Infos unter Tel. 04161 - 742314. Bei Bedarf kann auch ein Hausbesuch erfolgen.