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Windkraftstandorte: Abstände sind ein guter Kompromiss

Warum muss ein Windrad im Kreis Harburg mindestens 1.000 Meter, im Kreis Stade aber weniger weit entfernt sein? (Foto: jd)

tk. Buxtehude. Der Buxtehuder Planungsausschuss hat kürzlich sein Einvernehmen für den Bau von insgesamt sechs Windrädern in Immenbeck und Daensen erteilt (das WOCHENBLATT berichtete. Vorangegangen war eine sachliche und engagierte Debatte mit Anliegern. "Der Mensch muss zuerst kommen", lautete ihre Forderung. Die Windräder seien zu dicht an den Häusern platziert.

In diesem Zusammenhang wurde immer wieder der Vergleich zum Landkreis Harburg gezogen. Dort, führten Bürger aus den betroffenen Ortsteilen ins Feld, betrage der Mindestabstand zwischen Windkraftanalgen und der Bebauung 1.000 Meter. Wieso wird das in den beiden Nachbarlandkreisen unterschiedlich gehandhabt?

Winsens Kreissprecher Bernhard Frosdorfer: Dieser Grundsatzbeschluss sei im Rahmen der Erarbeitung des Regionalen Raumordnungsprogramms (RROP) gefasst worden. Es gebe aber die Einschränkung, dass die Kommunen im Rahmen ihrer eigenen Planung auf 900 Meter Mindestabstand heruntergehen können.
Der 1.000-Meter-Radius sei gewählt worden, weil er gut zur Siedlungsstruktur des Landkreises Harburg passe. Es gebe nur wenig Dörfer und Ortschaften, die - salopp formuliert so ausgefranste Ränder haben, dass die 1.000-Meter-Regel die Zahl der Windanlagen-Standorte drastisch verringern würde.

Im Landkreis Stade sieht das anders aus: Die geographischen Verhältnisse machen eine 1.000-Meter-Abstandsregelung unmöglich, erklärt Stades Kreissprecher Christian Schmidt. Bei diesem Abstand wäre die "Windkraftnutzung sehr stark eingeschränkt".

Grundsätzlich: Windkraftanlagen sind im Außenbereich privilegiert - das heißt: ein genehmigungsrechtlicher Selbstläufer. Es gelte dabei ein Mindestabstand von nur 450 Metern. Durch die Ausweisung von Vorranggebieten sei diese Grenze schon auf 800 Meter (Siedlungsflächen) und 600 Meter (Einzelhäuser im Außenbereich) vergrößert worden.

Windkraft "muss substantiell Raum gegeben werden". Das sei energiepolitisch gewollt. Christian Schmidt: "Die Pufferzone im Landkreis Stade ist ein guter Kompromiss."