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Wird Politik bald im Buxtehuder "Laptop-Rat" gemacht?

Die Vorlage auf Papier war gestern (Foto: Foto: jd)

tk. Buxtehude.Dem Einzug der technologischen Gegenwart in die Buxtehuder Politik steht eigentlich nichts mehr entgegen. Sogar SPD-Urgestein Hans-Uwe Hansen sagt: "Ich werde mich nicht verschließen." Es geht um das Ratsinformationssystem (RIS), das seit einigen Monaten getestet wird und die Politik von ausgedruckten Papieren befreien soll.
Die Medien, die bislang noch Verwaltungsvorlagen auf Papier und mit der Post bekamen, hängen inzwischen nur noch am RIS. Alle Ratsmitglieder können sich seit Oktober 2012 elektronisch auf alle Sitzungen vorbereiten. Nach einem Jahr wird Bilanz gezogen. Das steht bald an.

Das WOCHENBLATT hat daher bei dem Mann nachgefragt, der sich noch vor rund drei Jahren als "letztes analoges Urgestein der Politik in einer digitalen Welt" bezeichnete. Inzwischen bekennt Hans-Uwe Hansen: "Ich bin nicht fanatisch analog." Er habe nicht vor, die Selbsthilfegruppe der Computerlosen zu gründen. In einem Punkt ist bei ihm in Sachen papierloser Politik aber Schluss: "Wichtiges werde ich ausdrucken."
Seine Fraktion, die SPD, hat zudem beantragt, dass alle Ratsmitglieder für die Dauer ihrer Wahlperiode mit Laptops oder Tablet-PCs ausgestattet werden. Das führe letztendlich zu Einsparungen, weil es keine Auslieferungsfahrten der Vorlagen per Boten mehr gebe. Geld für diese Anschaffung müsse im Haushalt für 2014 berücksichtigt werden.
Vor der Sammelbestellung von Computer sollten allerdings die Erfahrungen aus Nachbarkommunen berücksichtigt werden: Dort nutzen einige ihren eigenen Laptop, weil sie unbedingt immer auf dem neuesten Stand der Technik sein wollen. Was für manche der altgedienten Ratsmitglieder noch schwerer wiegen könnte: Kommunikationsfreudige Jungpolitiker nutzen - auch das wird in anderen Räten schon praktiziert - Facebook und Twitter, um in Echtzeit über Entscheidungen und Diskussionen zu informieren. Das führte in Buxtehude bei der kontroversen A26-Debatte vor einigen Wochen zumindest bei manchen Politikern zu leichtem Unbehagen. Wer "Laptop-Rat" wird, muss damit auch leben können.