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WOCHENBLATT-Jahresrückblick für Buxtehude: Von Verwechslungsgefahren und Kunst-Skandälchen

Magischer Moment 2017: Die BSV-Hsndballerinnen gewinnen den Pokal Fotos: Kall/ab/tk
 
Topthema 2017: Die Abschaffung der Straßenausbausatzung. Die Debatte nahm mit der Sanierung der Goethestraße Fahrt auf
 
"Ist der Bulle schwer!": Tamara Ireland Stone bekommt die Auszeichnung von Katja Oldenburg-Schmidt
Was war in Buxtehude im Jahr 2017 los? Ein nicht vollständiger, dafür aber persönlicher Rückblick von Redakteur Tom Kreib auf das Jahr von A bis Z.
A wie Autofahrer: Buxtehude ist eine Autofahrer-Stadt. Daran ändert auch das Radverkehrskonzept nichts. Die zähe Debatte ums Radfahren auf der Fahrbahn von Ottensen bis in die Innenstadt zeigte: Vier Räder haben in den Köpfen meistens Vorfahrt.

B wie Bus: Das neue Busverkehrskonzept war einer der Aufreger des Jahres. Alles sollte besser werden - unter anderem mit mehr Fahrten am Abend - doch die Menschen - vor allem im Süden der Stadt - fühlten sich abgehängt, weil die Ringbuslinien abgeschafft worden waren. Die Stadt besserte mit einer zusätzlichen Linie nach und will abwarten, wie sich die Fahrgastzahlen entwickeln.
C wie Chance: Die hat die Bahnhofstraße verdient. Die könnte mit viel Fantasie und natürlich auch jeder Menge Geld zur Flaniermeile werden. Schade, dass dieses Projekt auf der Prioritätenliste der anstehenden Vorhaben weit unten steht.
D wie dumm gelaufen: Das war die Anschaffung eines neuen Feuerwehrfahrzeugs in Ottensen. Der Motor gab schon auf der Überführungsfahrt seinen Geist auf. Es dauerte Monate, bis auch andere Mängel endlich behoben waren.
E wie Einparken: Das hängt zwar vom Können des Piloten ab, kostet aber, egal wie gut das Auto steht, in der Estestadt leider immer noch Geld, auch für Kurzzeitparker. Die CDU hatte zwar die "Brötchentaste" beantragt, doch bislang ist nichts passiert.
F wie Frikadelle: Die gibt es vermutlich auch in der neuen Fleischerei, die im Rathausquartier eröffnet. Das war zum Jahresende eine gute Nachricht. Der seit dem Neubau des Rathausquartiers leerstehende Laden ist endlich vermietet.
G wie Giselbert: Das gleichnamige neue Wohngebiet ist auf der Zielgeraden. Buxtehude wird in den kommenden Jahren allein dadurch um einige Hundert Neubürger wachsen.
H wie Haushalt: Buxtehude geht es finanziell gut. In den kommenden Jahren sollen 46,7 Millionen Euro investiert werden und der Schuldenstand der Estestadt wird von derzeit rund 22 Millionen auf dann maximal 25 Millionen Euro ansteigen. Zahlen, um die manche Kommunen die Hansestadt beneiden.
I wie innovativ: Das war die Idee, einen Tag lang externe Experten einen Blick auf den Petri-Platz werfen zu lassen. Frage: Was kann sich dort entwickeln? Nur der sperrige Titel "mobiler Gestaltungsbeirat" sollte bei einer Wiederholung andernorts - wie wäre es mit der Bahnhofstraße - ein bisschen griffiger werden.
J wie Ja: Das hat die Politik 2017 zu zwei großen Projekten gesagt: Das Schulzentrum Süd und die Halpaghenschule werden saniert und bekommen einen Erweiterungsbau. Kosten: ca. 20 Millionen Euro.
K wie Kunstpreis: Über Kunst lässt sich trefflich streiten und die Preisverleihung von "KünstlerInnen sehen Buxtehude" wurde ein fulminanter Medienerfolg, weil einer der Künstler samt Bild beleidigt abzog und die Jury als "ahnungslose  Dilettanten" beschimpfte. Jetzt wird der Preis neu definiert. Schade, so ein kleines Skandälchen hat doch wirklich etwas Nettes.
L wie langweilig: Das, liebe Buxtehuder Politikerinnen und Politiker, sind leider zu oft die Diskussionen, die kaum Debatten, sondern häufig die Wiederholung des schon Gesagten sind. "Es wurde eigentlich schon alles gesagt, aber...!"
M wie Machbarkeitsstudie: Die wollen die Grünen für die Rekonstruktion der Gründerzeitfassade des "Samel"-Hauses, demnächst der neue Haupteingang des Museums, erstellen. Das ist meiner Meinung nach mit Abstand der dämlichste Vorschlag, den die Fraktion, eigentlich alles helle Köpfe, im vergangenen Jahr gemacht hat.
N wie Neinsager: Das ist die Bahn, die ihren Bahnhof in Buxtehude partout nicht hergeben will, aber auch keine Verwendung für das leerstehende ehemalige Gaststättengebäude mehr hat. Schade: An Ideen für eine neue Nutzung mangelt es nicht.
O wie Offene Ganztagsschule: Die OGS ist ein Erfolgsmodell, um das viele Kommunen Buxtehude beneiden. 833 Kinder (57 Prozent aller Grundschüler) nutzen dieses freiwillige Angebot. Weil die Stadt auf Qualität setzt, kostet das Extra-Personal im kommenden Jahr rund 1,7 Millionen Euro. Gute Bildung und Betreuung gibt es nicht zum Nulltarif.
P wie Pokal. Den haben die BSV-Handballerinnen in einem echten Krimi gegen den Meister Bietigheim gewonnen. Da saß sogar ich als absolut unsportlicher Lokalredakteur wie gebannt vor dem Live-Stream.
Q wie Querelen: Die hat es immer wieder über die erweiterte Nutzung des Esterings gegeben. Die Gerichte werden wohl entscheiden, weil der BUND wahrscheinlich gegen die erweiterte Nutzung bzw. deren Genehmigung durch den Landkreis klagen wird.
R wie Rübker Straße: Der politische Dauerzankapfel ist planerisch einen Schritt weiter gekommen. Der Kreistag hat den Beschluss gefasst, dass die Rübker Straße der A26-Zubringer für Buxtehude wird. Aber: Die Bürgerinitiative, die dagegen kämpft, wird klagen. Jede Wette: Die A26 ist fertig, die Anbindung nicht.
S wie Straßenausbau-Beitragssatzung: Dieses Wortungetüm spielt in Buxtehude keine Rolle mehr. Die Satzung wurde zum Ende des Jahres abgeschafft. Straßensanierungen werden künftig durch eine Erhöhung der Grundsteuer B bezahlt. Ob das besser läuft? Abwarten!
T wie Tamara Ireland Stone: Die hat für ihr Buch "Mit anderen Worten: ich" den Jugendliteraturpreis "Buxtehuder Bulle" gewonnen. Im Gegensatz zu anderen US-Autoren holte sie die kiloschwere Trophäe persönlich ab und war von dem herzlichen Empfang in der Hansestadt begeistert.
U wie Unverständnis: Das hatten viel Bürger und Teile des Rates, weil der Bau des Kreisels an der Estebrügger Straße 150.000 Euro teurer wurde und zwei Monate länger als geplant dauerte. Begründung: Der Generalunternehmer sei schuld gewesen, der habe das Projekt mit zu wenig Personal und Maschinen in Angriff genommen.
V wie Verwechselungsgefahr: Und zwar zwischen der Anrede "Du" und "Sie". Die besteht immer dann, wenn sich in den Ausschüssen und im Rat die Mitglieder, die sich eigentlich im normalen Leben duzen, plötzlich siezen. Warum eigentlich?
W wie Wohnungsnot: Das ist wohl eines der drängensten Probleme der Hansestadt. Die Mietpreisbremse hat daran rein gar nichts geändert. Auch wenn jetzt einige große Projekte in der Planung sind - bis es ausreichend erschwingliche Wohnungen gibt und in Folge die teils horrenden Mieten sinken, wird es vermutlich noch Jahre dauern.
X wie Xenophobie (aus dem Griechischen für Fremdenangst): Die wollte die AfD bei der Verabschiedung des Integrationskonzeptes schüren. O-Ton: "Die Folge dieser ganzen gut gemeinten Integrationskonzepte wird der Zusammenbruch des Sozial-und Rechtsstaates Deutschland sein." Laut AfD gilt demnächst die Scharia und Kinderehen sind normal. Einige Politiker der anderen Fraktionen verließen empört den Raum. Diejenigen, die AfD gewählt haben und den Rechtspopulismus kleinreden, hätten vielleicht zuhören sollen.
Y wie Yachthafen: Der würde den Buxtehuder Hafen aufwerten. Ein schöner Plan, der Teil des wassertouristischen Konzepts ist. Blöd nur, dass das Wasser- und Schifffahrtsamt Hamburg seine Flächen dafür nicht hergeben will. Vorschlag: Die Buxtehuder Politik macht sich dafür stark, dass die Este keine Bundeswasserstraße mehr ist. Dann wäre das WSA raus und bräuchte seinen kleinen Bauhafen auch nicht mehr.
Z wie Zerwürfnis: Das gibt es offenbar zwischen Politik und Verwaltung auf der einen und einer Gruppe Buxtehuder Bürgern auf der anderen Seite. Die Bürgerfragestunde mutiert neuerdings immer wieder zu einer Art Showdown mit dem Ziel, Politik und Verwaltung zu zeigen, dass sie Deppen sind. Streitkultur geht anders.
Tom Kreib