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Wohnungsnot in Buxtehude: Seit Jahren auf Wohnungssuche

Wohnungsbau ist etwas, das in Buxtehude zu kurz gekommen ist (Foto: tk)
"Wir müssen in eine Ferienwohnung": Was WOCHENBLATT-Leser auf dem Wohnungsmarkt erleben

tk. Buxtehude. Die Leserzuschriften zur Wohnungsnot in Buxtehude reißen nicht ab. Es wird mehr als deutlich: Buxtehude hat ein Riesenproblem. Und: Betroffen sind davon nicht nur Menschen, die Leistungen vom Jobcenter oder der Arbeitsagentur beziehen. Vergeblich auf der Suche nach passendem Wohnraum sind auch Familien mit einem auskömmlichen Doppeleinkommen.

Einer Familie* droht in sechs Wochen die Obdachlosigkeit. Beide Eltern verdienen gut, sie müssen aus ihrem Haus raus, weil die neuen Besitzer es selbst bewohnen wollen. Das unüberwindliche Hindernis, um ein neues Domizil zu finden: ein Hund und zwei Katzen. "Das ist für fast alle Vermieter ein absolutes Ausschlusskriterium", sagt die WOCHENBLATT-Leserin. Trotz nachgewiesener Haftpflichtversicherung und sympathischen Vierbeinern hagele es nur Absagen. Konsequenz: "Wir werden vorübergehend in eine Ferienwohnung ziehen und die Möbel einlagern müssen", so die Frau. Eigentlich wollte die Familie in Buxtehude bleiben, inzwischen haben sie ihren Suchradius bis Hollenstedt ausgedehnt. "Von unseren Tieren werden wir uns nicht trennen."

Ein anderer WOCHENBLATT-Leser berichtet vom traurigen Fall eines Bekannten: Der Mann hat Multiple Sklerose (MS) und wohnt im ersten Stock ohne Fahrstuhl. Er sei schon öfter auf der Treppe gestürzt. Seit drei Jahren suche er vergeblich eine kleine Wohnung im Erdgeschoss. Mittlerweile habe er Pflegestufe 2 und zudem Betreuung. Doch auch dem Betreuer gelinge es nicht, eine Wohnung zu finden.

Der dritte Fall: WOCHENBLATT-Leserin Brigitta Heinke sucht seit Jahren eine Wohnung in Buxtehude. Zurzeit wohnt sie in Elstorf. "Bald kann ich nur noch ins Altenheim gehen, denn ich werde in diesem Jahr 70 Jahre alt", befürchtet sie.
Eine Betroffene bilanziert, dass sich das Wohnungsproblem in Buxtehude seit dem Start der S-Bahn vor zehn Jahren deutlich verschärft habe. Sie rechnet zudem damit, dass sich die Lage auf dem Wohnungsmarkt noch zuspitzt, wenn die A26 Anschluss an Hamburg hat. Für Pendler, die aufs Auto angewiesen sind, wird Buxtehude dann noch attraktiver. Und für Hamburger sind die Buxtehuder Mieten und Immobilienpreise noch immer ein Schnäppchen.
* Namen der Redaktion bekannt