Bitte klicken Sie zur Auswahl auf eines der folgenden vier Logos:

Zum Abschied von Jürgen Badur: Ihre Bilanz ist gut

Dass Bürgermeister Jürgen Badur und ich als WOCHENBLATT-Redakteur Freunde geworden wären, wird wohl niemand sagen. Das ist auch gut so, denn kritische Distanz ist immer besser als kumpelhafte Nähe. Als ich in einem Kommentar gefordert hatte, dass er der Stadt einen Gefallen tun und bitteschön nicht mehr zur nächsten Wahl antreten möge, war Jürgen Badur richtig sauer. Manchmal, verehrter Herr Bürgermeister, fand ich Sie einfach zu dünnhäutig.

Überflüssig, denn unterm Strich ist Ihre Bilanz gut: Das ewige Gezerre um den Verwaltungsneubau ist trotz aller Probleme während des Baus und vieler Verzögerungen Schnee von gestern. Die Stadtverwaltung sitzt endlich nicht mehr in Bruchbuden quer über die Stadt verteilt. Das Rathausquartier ist der neue Shoppingtempel, dabei sah es bisweilen so aus, als würde die Altstadt zur Geisterstadt werden.

In Jahren, in denen Buxtehude keinen Cent mehr auf der Naht und der Landkreis die Aufsicht über die Kasse hatte, wurde zwar gespart, wurden durchaus notwendige Investitionen verschoben, aber die üblichen Sparopfer wie Theater, Bibliothek und Bildung bleiben weitgehend verschont.

Nicht zu vergessen: Mit Ihrem Team haben sie Buxtehude in Sachen Bildung und Betreuung von Kindern weiter nach vorne gebracht als viele niedersächsische Kommunen. Platzsharing in der Kita und die Offenen Ganztagsschule sind Buxtehuder Modellprojekte, bei denen die jeweilige Landesregierung erst überlegen musste, ob das augenfällig Sinnvolle überhaupt verordnungskonform machbar ist.

Dass man bisweilen den Eindruck hat, die Stadt wird von der Stadtverwaltung regiert, kann man Ihnen nicht zum Vorwurf machen. Dazu gehört die Politik, die sich regieren lässt und das mit dem Informationsvorsprung der Menschen in den Amtsstuben begründet.

Zum Schluss ein ehrliches Kompliment: Von allen Bürgermeistern aus der Region waren Sie der mit Abstand am besten gekleidetste.

Tom Kreib