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Ämter melden wenige Krätzefälle

(bc). In jüngster Vergangenheit wurde in Stade ein Fall von Krätze in einer Schule öffentlich. Das WOCHENBLATT nahm das zum Anlass, einmal bei den Gesundheitsämtern in den Landkreisen Harburg und Stade nachzufragen, wie stark die hoch ansteckende Hautkrankheit verbreitet ist.
Nach Angaben der Pressestelle des Landkreises Stade gab es in diesem Jahr bislang zwei Meldungen über Krätze-Erkrankungen an Stader Grundschulen mit insgesamt drei Erkrankten. Außerdem liegt dem Amt die Information über zwei Ausbrüche in Altenpflegeheim mit mehreren betroffenen Personen vor. „Die Zahl der Fälle ist aber nicht auffällig hoch. Aktuell sind keine Fälle bekannt“, sagt Kreissprecher Christian Schmidt.
Im Landkreis Harburg werden nach Auskunft der Pressestelle keine Statistiken nach Abschluss einer Meldung geführt. Einzelfälle werden nicht erfasst. Werden aus einer Einrichtung mehrere Fälle gemeldet, biete das Gesundheitsamt eine Beratung in der Einrichtung an. Aktuell sei kein Krätzefall im Gesundheitsamt gemeldet. In den vergangenen zehn Jahren habe es jedoch vereinzelt Anzeigen von Einzelfällen gegeben. Die Gesamtzahl der Krätze-Fälle ist damit unbekannt. Zumal nach dem Infektionsschutzgesetz eine Meldepflicht nur für die Leitungen von Gemeinschaftseinrichtungen wie etwa Schulen, Kindergärten, Heime und Flüchtlingsunterkünfte besteht.
Der Landkreis Harburg teilt auf WOCHENBLATT-Anfrage zudem mit: Schulen, Kindergärten und Flüchtlingsunterkünfte melden bei jedem Einzelfall an das Gesundheitsamt, Pflegeheime und Krankenhäuser bei mehreren Fällen, die in Verbindung miteinander stehen. Ab zwei spreche man von einem „Ausbruch“, so die Pressestelle.
Krätze ist eine weltweit verbreitete Hauterkrankung, die durch die Krätzemilbe verursacht wird. Nach Kopfläusen belegt sie einen der vorderen Plätze in der Häufigkeit von Hauterkrankungen. Krätze ist unangenehm, aber an sich keine ernsthafte Erkrankung.
Sofern eine Erkrankung vorliegt, müssen Leiter einer Gemeinschaftseinrichtung die Initiative ergreifen. Sie schicken diejenigen zum Arzt, bei Kindern werden die Eltern informiert. Der Betroffene darf die Einrichtung erst wieder betreten nach attestierter erfolgreicher Behandlung oder wenn vom Arzt festgestellt wurde, dass es sich nicht um Krätze handelt.