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Deutlich zunehmende Kurzsichtigkeit bei Kindern

Die Anzahl der kurzsichtigen Kinder ist in den vergangenen Jahren stark gestiegen. Eine aktuelle Studie aus Taiwan zeigt, dass Stubenhocker, die viel Zeit an elektronischen Geräten verbringen, deutlich häufiger fehlsichtig werden als Kinder, die viel im Freien spielen. Deshalb sollte sich der Nachwuchs lange an der frischen Luft aufhalten, seine Zeit nur begrenzt mit Computer und Co. teilen und die Augen regelmäßig überprüfen lassen.
Forscher warnen vor stark steigender Kurzsichtigkeit, und das weltweit. So verdoppelte sich z. B. in Taiwan der Anteil kurzsichtiger Kinder im Alter von acht Jahren zwischen 1990 und 2000. Heute benötigen in asiatischen Großstädten bereits 80 bis 90 Prozent der Schulabgänger eine Sehhilfe. Auch in Amerika und Europa wurde diese Entwicklung, wenn auch weniger gravierend, nachgewiesen. Grund ist die moderne Lebensweise. Statt im Freien verbringen die Kinder heute viel mehr Zeit vor Fernseher, Computer und am Smartphone. Die Nähe zum Gerät und das fehlendentürliche Licht sind wesentliche Faktoren für die Ausprägung der Kurzsichtigkeit.
Das Risiko ließe sich um 50 Prozent verringern, wenn die Kinder ihre Schulpausen auf dem Hof statt im Klassenraum verbringen würden, so eine taiwanesische Studie von 2013. Nachwuchs, der pro Woche mehr als 14 Stunden im Freien ist, wird laut amerikanischen Forschern sogar zwei bis drei Mal seltener kurzsichtig als gleichaltrige Stubenhocker.
Kurzsichtigkeit entsteht meist in der Kindheit, wenn der Augapfel zu lang wächst. Entferntes, wie die Schrift an der Tafel, kann dann nicht mehr auf der Netzhaut abgebildet werden und erscheint unscharf. Unerkannte Sehfehler betreffen laut Schätzung des Berufsverbandes der Augenärzte ca. 20 Prozent der Kinder in Deutschland. Doch auch bei aller Vorsorge gibt es keine Sicherheit ohne Kontrolle. Da gutes Sehen Voraussetzung für eine gesunde Entwicklung und stressfreies Lernen ist, sollten Kinderaugen spätestens im Alter von dreieinhalb Jahren, dann vor dem Schulantritt und in Folge alle zwei Jahre von einem Augenarzt, am besten zusammen mit einer Orthoptistin, untersucht werden.
Mögliche Anzeichen einer Kurzsichtigkeit sind alle Anstrengungsbeschwerden beim Blick in die Ferne (visueller Stress): häufiges Blinzeln, häufiges Zukneifen der Augen.
Ein kurzsichtiges Kind kann zudem Sehprobleme im Schulunterricht haben, die Schulleistungen sind schlecht, es kann die Schrift an der Tafel nicht lesen und erkennt auf der Straße bekannte Personen nicht.