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Gesunde Ernährung - bald in aller Munde?

Ist und isst seit 30 Jahren vegetarisch, seit einem halben Jahr vegan (Foto: Fotostudio Katharina Bodtmann)
 
Berdam Dincbas zeigt das reichhaltige Angebot für Ernährungsbewusste des Bio-Supermarktes am Bahnhof

Ein Einblick in die verschiedenen Ernährungsrichtungen / Eine Veganerin berichtet

ab. Buxtehude/Hedendorf. Es gibt ihn seit 37 Jahren, den Weltvegetariertag. 1977 wurde er anlässlich des Weltvegetarier-Kongresses in Schottland von der "North American Vegetarian Society" am 1. Oktober eingeführt. Ziel dieses Tages ist, die Vorzüge der vegetarischen Ernährung bekannter zu machen.

Ca. sieben Millionen Vegetarier gibt es in Deutschland. Nach einer Untersuchung der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) in Nürnberg hat sich die Zahl der vegetarisch lebenden Menschen seit 1983 mehr als verfünfzehnfacht. Ungefähr 900.000 von ihnen leben vegan, Tendenz steigend. Die Gründe dafür sind unterschiedlich, religiös, ethisch oder gesundheitlich motiviert.

Das WOCHENBLATT hat eine Gesprächspartnerin aufgesucht, die sich seit nahezu 30 Jahren vegetarisch ernährt und seit Februar dieses Jahres vegan: Christina Betzler ist nicht nur Apothekerin, sondern auch Heilpraktikerin und Ernährungsberaterin, sozusagen eine Frau "vom Fach".

"Vegetarierin wurde ich wegen der Tiere, auf das Vegane hat mich meine Tochter gebracht", berichtet die Mutter von vier Kindern. "Wir haben ausgehandelt, dass ich mich vier Wochen vegan ernähre. Das hat mich überzeugt." Sie fühle sich deutlich besser, fitter und leichter, so Christina Betzler, kleine Wehwehchen seien verschwunden. Ganz oben auf ihrem Ernährungsplan stünden Smoothies, Gemüse, Obst und selbst gebackenes Brot. Eiweiß bringt sie durch Tofu oder pflanzliches Eiweißpulver in ihre Ernährung ein. Am liebsten greift die Ernährungsberaterin auf regional Angebautes zurück, nach Möglichkeit saisonal und öko.

Das Einkaufen werde leichter, findet Christina Betzler, Naturkostläden und Reformhäuser seien ihre Anlaufstellen. Doch auch Supermarktketten böten inzwischen einiges an, was sie benötige, und das Sortiment werde regelmäßig erweitert. Anregungen für ihren Speiseplan findet sie beispielsweise in Foodblogs oder in Büchern.

Freunde halten sich bei Christina Betzler mit Kritik zurück. Schließlich kenne sich da kaum einer so gut in Sachen Ernährung aus, wie sie. Doch verfolgt die Ernährungsberaterin auch nicht so krampfhaft ihr veganes Dasein, dass sie Ledertasche oder Lederschuhe entsorgen würde. Das trägt sie, so lang es geht, legt jedoch bei Neuanschaffungen großen Wert auf Nachhaltigkeit.

Das Essengehen sei schwerer in Deutschland als anderswo, Latte Macchiato mit Sojamilch eine Seltenheit und leider rückläufig im Angebot. Kürzlich hat Christina Betzler ein Wochenende in England verbracht und begeistert festgestellt: "In einigen Retaurants kommen die Kellner mit einer Karte an den Tisch, auf der alle Zutaten für die einzelnen Gerichte aufgelistet sind. Dort kann sich jeder sein Menü nach Ernährungswunsch zusammenstellen, vegetarisch, vegan, wie man möchte. Geht natürlich nicht bei Fleischgerichten", fügt sie lachend hinzu.
Eine Fastfoodkette hat gerade ein vegetarische Filiale in Indien eröffnet - wäre das was für sie? Die Idee findet sie gut: "Liebe sollen die Menschen einen vegetarischen Burger essen als einen normalen."