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Kleidung für Standesamt, Kirche und Feier: Darf’s auch etwas legerer sein?

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Natürlich wollen die meisten Paare den schönsten Tag ihres Lebens in standesgemäßer Kleidung verbringen. Aber es gibt auch Pärchen, die sehen in Anzug und Weste, Kleid und High-Heels eher ein Hindernis denn Unterstreichung des Anlasses. Dagegen gibt es absolut nichts einzuwenden. Wie man es so lässig und trotzdem dem Anlass entsprechend tun kann, erklärt der folgende Artikel.

Grundregeln

Doch bevor es losgeht mit den Tipps und Vorschlägen, muss erst einmal aufgeschlüsselt werden, was wo erlaubt ist.

Standesamt
Vater Staat kennt keinen Dresscode

Die standesamtliche Hochzeit ist heute für jedes Ehepaar ein Muss – zumindest wenn die Ehe anerkannt sein soll. Für manche bekommt die zivilrechtliche Hochzeit deshalb aber etwas den Charakter einer Zwangsveranstaltung. Das standesamtliche Ja-Wort ist allerdings der einzige Zwang auf dem Amt – Vater Staat erlegt Trauenden keinen Dresscode auf. Die meisten Hochzeitsgesellschaften gehen nach dem Motto „Hauptsache schick“. Aber rein theoretisch wäre auch ein Ja-Wort in Flipflops und Hawaiihemd möglich.
Standesamtlich aber Location außerhalb
Zudem hat das Standesamt einen weiteren Vorteil: Die meisten bieten Heiraten außerhalb der offiziellen Räumlichkeiten. Dadurch sind aber auch unterschiedlichste Locations vom Leuchtturm über Burgen bis hin zum Schiff möglich.
Und genau hier liegt auch ein modischer Knackpunkt: Statt traditionell schreien so manche Locations gerade nach passender Kleidung – etwa mittelalterlich anmutende Gewänder auf einer Burg.

Kirche
Wenig Spielraum, kein Problem

Kirche und Tradition sind untrennbar verbunden. Das sorgte aber auch dafür, dass sich eine ganze Menge Mythen rund um die kirchliche Trauung bildeten – darunter auch in modischen Gesichtspunkten.
Viele glauben, dass schwarzer Anzug und weißes Brautkleid Pflicht wären – mitnichten. Denn das weiße Kleid ist nur eine Stoff-gewordene Tradition und in keiner Kirche wird der Pfarrer die Trauung verweigern, wenn die Hochzeitsgäste nicht im Standard-Dress erscheinen. Allerdings findet diese liberale Politik eine Grenze bei dem Wörtchen „Standesgemäß“. Ein niveauvolles Kostüm für die Braut ist okay, ein Mini-Minikleid mit tiefem Ausschnitt eher nicht. Dabei gilt aber immer: Den Pastor vorher darauf ansprechen, kostet nichts

Protestanten haben den Vorteil

Der vorherige Punkt bezog sich hauptsächlich auf die katholische Kirche als die traditionellere der beiden Haupt-Konfessionen Deutschlands. Protestanten haben es leichter. Denn Martin Luther sah die Trauung als weltliche Angelegenheit an und so sind auch moderne evangelische Trauungen weniger steif; auch bei der Bekleidung. Übrigens: Wenn nur ein Partner evangelisch ist, ist schon eine Trauung in diesem legeren Rahmen möglich.

Party
Regeln? Welche Regeln?

Die Party muss strenggenommen nur zwei Personen gefallen: Braut und Bräutigam. Aus diesem Grund gibt es hier schlicht keine Grund-Bekleidungsregeln. Was auf der Party getragen wird, das entscheidet das Brautpaar und jeder sollte sich daran halten.
Allerdings kommt mit dieser Freiheit auch etwas Verantwortung: Für das Brautpaar mag eine Party im Hawaii-Style inklusive Baströcken zwar der Hit sein, sie sollten aber verstehen, dass manche Gäste vielleicht nicht so leger erscheinen mögen.
Noch einfacher mit der Mottoparty
Wer da allen die Lockerheit „verordnen“ will, muss eine Mottoparty ansetzen. Damit lässt sich zwar ein grundsätzlich lockerer Rahmen abstecken, aber es bleibt noch genug Spielraum, um sich auch etwas würdevoller zu kleiden, wenn man es wünscht.

Grundsätzliches

Weiß darf nur die Braut
Doch egal ob nun Standesamt, Kirche oder Party: Durch die lange Tradition haben sich einige ungeschriebene Regeln herausgebildet, die selbst bei sehr lockeren Kleidervorschriften aus Höflichkeit eingehalten werden sollten. Dabei gilt zuvorderst, dass Weiß für alle Anwesenden außer der Braut tabu ist – solange es sich um die Hauptfarbe der Kleider handelt. Wer also als weiblicher Gast ein graues Kostüm mit weißer Bluse trägt, übertritt die Grenze nicht. Ein weißes Kostüm mit grauer Bluse wäre jedoch ein No-Go. Natürlich sind davon auch „artverwandte“ Farben betroffen wie Altweiß usw.

Die Brautpaar-Farben sind tabu

Farben sind überhaupt ein einengendes Korsett, denn neben der Brautfarbe sind darüber auch alle Farben tabu, die das Brautpaar sich ausgesucht hat. Sprich: Wenn das Ehepaar sich für fliederfarbene Accessoires entschieden hat, darf diese Farbe nur an Braut und Bräutigam, den Trauzeugen und Brautpaareltern zu finden sein, nicht jedoch bei „Cousin Andy“ oder „Lieblingskollegin Sabine“.

Deutliches Kommunizieren

Die allermeisten Menschen haben einen „Standardmodus“, wenn sie eine Hochzeitseinladung bekommen: Anzug für ihn, Kostüm oder Business-Chick für sie. Will man aber, dass es lockerer zugeht, muss dies in der Einladung unterstrichen werden – und zwar so, dass kein Interpretationsspielraum bleibt.
Wer eine Rockabilly-Hochzeit haben will, muss hineinschreiben, dass für Herren die einzig akzeptable Oberbekleidung die Lederjacke ist – von selbst würde sich niemals jemand daran halten. Dabei gilt: Je tiefer ein Motto geht und/oder je legerer es zugehen soll desto (paradoxerweise) genauer müssen die Vorschriften des Brautpaars für die Gäste sein.

Warum locker kein Problem ist
Es ist 2017!

„Du willst Jeans im Standesamt tragen? Wie kannst Du nur?“ Nicht wenige Mütter würden so ihren Sohn entsetzt ansprechen, der sich in Levi Strauss‘ Erfindung das Ja-Wort geben will. Dabei sollten aber auch traditionellste Charaktere eines verstehen: Es ist 2017. Die starren Gesetze früherer Zeiten gelten heute kaum noch. Man wird nicht mehr von den Nachbarn geschasst, wenn man nicht pfahlsteif im schwarzen Frack heiratet. Es gibt keine Nachteile, wenn man auf das Traditionelle verzichtet. Das einzige, was zählt, ist, dass sich zwei Menschen lieben. Und ob sie das in der Badehose oder im Star-Wars-Kostüm besiegeln, ist völlig egal.

Lockerheit macht Laune

Gut, dass es das statistische Bundesamt gibt. Da sieht man nämlich, welche Monate die beliebtesten zum Heiraten sind – generell der Sommer mit besonderem Augenmerk auf Mai und August. Und nun stelle man sich eine August-Hochzeit bei über 30 Grad im Schatten vor. Alles trägt Kostüme, steife Kleider, Anzüge samt Weste. Da wird die Stimmung verhalten bleiben, weil sich keiner so richtig wohlfühlt in seinem Outfit.
Wie viel besser wäre es da, wenn alle lockerer gekleidet wären, der Hitze entsprechend und weniger einengend? Man muss kein Experte sein, um zu sehen, dass Lockerheit der Stimmung immer zuträglich ist, solange man kein Traditionalist ist, für den standesgemäße Kleidung schwerer wiegt als alles andere.

Locker auf dem Standesamt
Doch nun genug der Theorie. Es folgen die Modetipps. Wir beginnen mit der Pflicht, dem Besuch auf dem Standesamt.

Das Brautpaar
Braut

Auch wenn es natürlich möglich ist, dass sie auf dem Standesamt „die Hosen anhat“, so empfiehlt es sich, auf die weniger körperlich einengenden Möglichkeiten des Kleides zu setzen. Für warme Tage etwa ein luftig-lockerer Hippie-Dress. Ein solches Careless-Kleid hat zudem auch noch den Vorteil, dass man es bei der Frisur nicht übertreiben muss. Im Gegenteil: Offene Haare sehen da sogar viel besser aus, als eine teure, überkomplizierte Haartracht. Und wer mag, kann die Lockerheit auch nach unten erweitern, zu diesen Kleidern passen nämlich sowohl Riemchensandalen, als auch Sneakers.

Bräutigam

Viele Männer denken beim Sakko an die strenge Variante. Muss aber nicht, denn die heutige Männermode kennt diverse Stoffe, Farben und Schnitte, die einen perfekten Spagat zwischen „reicht auch für die strenge Schwiegermutter“ und „zeitgenössisch-leger“ hinbekommen. Darunter etwa der Klassiker aus Cord. Dazu passt statt dem Hemd das Poloshirt. Das hat nämlich den Vorteil, dass es nicht in die Hose gesteckt werden muss, sondern locker-lässig drüber hängt. Wird’s dem Bräutigam zu warm, verschwindet einfach das Sakko.
Auch untenrum ist die zeitgenössische Mode liberal. Klassiker sind Jeans – und zwar ruhig auch die etwas verwaschene Variante, es müssen keine „dunkelblau-fast-schwarz“-Exemplare mehr sein. Für Brautpaare gibt es bedruckbare Motto-Chucks, die sehen locker aus und können gleichzeitig als verbindendes Element eingesetzt werden.

Die Trauzeugen
Ihr Trauzeuge

Der Trauzeuge der Braut hat es trotz Lockerheit schwer, denn er muss sowohl optisch zu ihr passen, als auch nicht zu dicht daran sein. Trauzeuginnen können das legere Brautkleid durch die gerade wieder mega-angesagten Jumpsuits ergänzen, die kaschieren nebenbei auch noch Problemzonen. Männliche Trauzeugen können den gleichen Effekt bekommen, indem sie locker geschnittene Chinos tragen und dazu ein dünnes Hemd.

Sein Trauzeuge

Auch bei seinem Trauzeugen gelten ähnliche Regeln, wenngleich hier etwas mehr Freiheit erlaubt ist – bei jeder Trauung ist die Braut die Hauptdarstellerin. Bräutigams-Trauzeugen können es sich daher einfach machen und ganz einfach seinen Stil übernehmen, aber abgestuft. Das bedeutet:
Trägt der Bräutigam ein Polo, trägt sein Trauzeuge ein T-Shirt (gern mit Knopfleiste)
Trägt der Bräutigam ein Cord-Sakko, trägt sein Trauzeuge eines aus Leinen
Wer es richtig leger haben will, kann auch einfach beiden Trauzeugen T-Shirts verordnen, auf denen ihre Funktion steht.

Die Brautpaareltern
Die Eltern der Braut

Die Eltern des Brautpaars sind ob ihres Alters oft diejenigen, die am ehesten traditionell gekleidet sein möchten und diesen Wunsch sollte man ihnen auch ruhig erfüllen. Die Brautmutter kann das durch einen bequem(!) geschnittenen Hosenanzug tun – aber nicht die strenge Business-Farbpalette von Schwarz bis Dunkelblau, sondern frische Farben.
Der Herr Papa darf ebenfalls traditioneller auftreten. Etwa in einem gut geschnittenen Ledersakko, das mit einer Jeans und passenden Stiefeln kombiniert wird. Ergänzt um ein Hemd, bei dem der oberste Knopf offen bleibt, ergibt sich so ein würdevoller, aber nicht minder legerer Look

Die Eltern des Bräutigams

Die Bräutigams-Mama kann sich in der Kombination „Helle Jeans plus hochhackige Schuhe“ gut sehen lassen. Insbesondere dann, wenn obenrum eine weit geschnittene, verspielte Bluse sitzt. Das unterstreicht das Lockere, wirkt aber dennoch sehr seriös.
Für den Herrn Papa kann es eine Jeans in Raw Denim sein, also nicht edel geschnitten, aber dennoch sehr dunkel. Dazu ein Polohemd in Kombination mit einer Anzugsweste und der Look ist perfekt. Tipp: Zu diesem Outfit wirkt es richtig cool, wenn der Bräutigamsvater sich einen Dreitagebart stehen lässt.

Die Gäste

Das ist das Schöne am Standesamt: Für die Gäste gibt es keine Grenze nach unten. Allerdings nach oben. Strenger als die Stars des Tages sollte es nicht sein. Wer sich so kleidet, wie er etwa in einen Club gehen würde, kommt sowohl modisch als auch lässig aufs Amt und passt sich so hervorragend an.

Leger in der Kirche
Wie schon erwähnt wird die Kirche zu viel Lockerheit schwierig machen. Kein Problem, denn wenn man ein paar Grundregeln beachtet, ist auch hier leger möglich.

Das Brautpaar
Braut

Brautkleider sind toll, aber kein Muss Wie wäre es mit einem weißen Petticoat-Kleid als Alternative? Das hat den absoluten Marilyn-Monroe-Touch, wirkt aber trotzdem seriös. Oder wie wäre es mit dem Trend künftiger Hochzeiten, dem Braut-Einteiler? Den gibt es nicht nur ein glattem Weiß, sondern auch mit Spitzen-Applikationen und er sieht sogar mit Schleier richtig genial aus.

Bräutigam

Ganz um den Anzug wird „er“ leider nicht umhin kommen. Aber es muss nicht zwingend der Klassiker sein. Denn in der Geschichte des Herrenanzugs gab es auch mal eine Epoche, die war so cool, dass die Polizei einschreiten musste, der Zoot-Suit. Das ist der personifizierte Swing der 1930er. Breite Schultern, ultra-bequem geschnitten und mit laaangem Sakko ausgerüstet. Und der Clou: Hier sieht es nicht unpassend aus, wenn der Anzug die gleiche Farbe wie das Brautkleid hat.

Die Trauzeugen
Ihr Trauzeuge

Normalerweise hat das Outfit für weibliche Trauzeuginnen in der Kirche einige ziemlich festgelegte Grundregeln, die sich über die Jahre eingebürgert haben:
- Keine Signalfarben
- Kein Schwarz
- Schultern bedeckt
- Nicht zu kurz (mindestens knielang)
- Keinen tiefen Ausschnitt

Daran sollte man sich auch in einem legeren Umfeld halten, um der Braut nicht die Show zu stehlen. Generell fahren deshalb sowohl weibliche als auch männliche Trauzeugen gut, indem sie einen etwas konservativeren Ansatz verfolgen. Also das, was man unter Business-Schick versteht: Dunkle, edle Jeans, alternativ ein Rock, Hemd/Bluse und ein unauffälliges Sakko. Die Lockerheit kommt dadurch, dass man das Drumherum weniger klassisch angeht. Für den Mann sind dann dicke Uhren, sichtbare Halsketten ebenso erlaubt, wie für die Dame eine XXL-Handtasche und viel Schmuck. Kombiniert mit einem schnell gesteckten Dutt wird daraus eine bequeme Alternative auch für lange Zeremonien.

Sein Trauzeuge

Wenn der Bräutigam im Zoot-Suit vor dem Altar steht, bleibt dem Trauzeugen dieser Look verwehrt. Aber er kann sich trotzdem stilistisch leicht in diese Epoche einfügen. Und zwar mit folgendem:
- Eine Cordhose in Erdtönen. Kein Jeans-Schnitt, sondern klassisch und mit Knöpfen für Hosenträger ausgestattet.
- grobes Baumwoll- oder Leinenhemd ohne Kragen, am besten Naturfarben gehalten
- Eine Newsboy- oder Ballonmütze – also die etwas voluminösere Variante der klassischen Schlägermütze
- Weste oder Sakko aus Cord oder Tweet, ebenfalls in Erdtönen, aber nicht in der gleichen Farbe wie die Hose.

Daraus wird ein ebenso authentischer 30er-Jahre-Look wie der Zoot-Suit des Bräutigams, jedoch ohne dessen Style zu überdecken. Übrigens: In der Kirche werden Kopfbedeckungen abgesetzt. Unter der Mütze sollte also eine gestylte Frisur liegen.

Die Brautpaareltern
Die Eltern der Braut

Wenn schon die Braut kein Kleid tragen will, dann darf es wenigstens die Mutter. Und da bietet sich nichts besser an, als ein schönes Maxikleid – nicht plissiert, sondern glatt. Sehr gut aufbrechen lässt sich die große Stoffmenge, wenn sie mit floralen Mustern überzogen ist, damit liegt die Brautmutter sowieso voll im Trend. Und für die kühleren Momente bietet sich ein Leder-Bolero an. Unifarben, das setzt einen schönen Kontrast.
Für den Brautvater dürfen es gerne Anleihen aus der klassischen Westernmode sein. Das beginnt mit den obligatorischen Boots, zieht sich über eine dezente Jeans (aber unbedingt in Boot-Cut) und geht weiter über ein Hemd mit Western-Applikationen und ein Sakko aus dunklem Wildleder – alles edel, aber weit weniger streng als ein Anzug. Und um den Hals gehört dann natürlich auch ein Bolotie, also die Lederschnur mit Schließe und dekorativen Metallelementen an beiden Enden.

Die Eltern des Bräutigams

Zeitlos, elegant und trotzdem bequem und leger, das ist das Empirekleid, das die Mutter des Bräutigams anziehen kann. Ein echtes Vintage-Stück, das den Weg in die heutige Zeit gefunden hat. Dabei sollte man allerdings nach der Maxime vorgehen, je weniger Schnörkel, desto besser. Tipp: Setzt die Mama auf ein bodenlanges Kleid, kann sie auf aufwendige Schuhe pfeifen und sich bequeme Stücke anziehen.
Wieso nicht mal Beige? Diese Frage sollte sich der Bräutigamsvater stellen. Denn in dieser frischen Farbe gibt es unzählige richtig stylische Anzüge. Kombiniert werden diese mit einem weißen, druck- und musterlosen T-Shirt. Die Weste darf dann nicht nur, sie muss wegbleiben.

Die Gäste

Stichwort gehobenes Sommerfest. Das ist die Grundregel, an die sich die Gäste in der Kirche halten sollten. Wenn also „locker“ in der Einladung ausgegeben wurde, darf es die ganze Bandbreite an Segelhosen, Sommerkleidern und Hemden sein. Hauptsache, die Farbregeln werden nicht ignoriert und es sieht nicht zu sexy aus. Und: Bei aller Lockerheit haben nackte Herrenbeine nichts in der Kirche verloren.

Relaxt auf der Party

Die Kirche war der letzte Ort, der gewisse Regeln verlangte. Bei der Party können diese völlig über Bord geworfen werden. Da dies die Planung aber auch ein wenig erschwert, nun eine Auswahl von Looks, die für eine lockere Party an einem heißen Sommertag wirklich perfekt sind – immer gesetzt dem Fall, dass das Brautpaar noch die Zeit hat, sein Outfit zwischen Kirche und Partylocation zu wechseln.

Das Brautpaar
Braut

Weg mit Pettycoat oder Einteiler, hallo Sommerkleid. Die Braut ist die Königin des Abends. Und aus diesem Grund soll sie weder eingeengt sein, noch in ihrer Ausstrahlung von irgendwem überboten werden. Und das geht einfacher als gedacht: Die Grundlage dazu ist ein blütenweißes Sommerkleid. Und zwar eines, das gern auch kurz sein darf. Die Party ist auch die Gelegenheit, um etwas mehr Brust zu zeigen, ein tieferer Ausschnitt ist also vollkommen okay.

Bräutigam

Der Bräutigam hat zwei Alternativen: In der ersten belässt er vom Zoot-Suit die Hose an und trägt sie mit sichtbaren Hosenträgern über einem kurzärmeligen Hemd. In der zweiten verabschiedet er sich komplett vom Anzug und zieht eine dünne Leinenhose an (werden oft als „Strandhosen“ verkauft). Dazu Seglerschuhe ohne Socken und ein ebenfalls dünnes Hemd, das über der Hose getragen wird und der Sommer-Hochzeitspartylook ist perfekt.

Die Trauzeugen
Ihr Trauzeuge

Für die Trauzeugen der Braut gilt: Weg mit allem, was belastet. Weibliche Trauzeuginnen können sich dann in sommerliche Kleider werfen, gerne mit Blumen oder auch – die Kirche ist ja vorbei – in Signalfarben. Bloß bei der Länge und dem Ausschnitt sollte man die Braut nicht übertreffen. Männliche Trauzeugen können ein lockeres Überwurfhemd anziehen – im Gegensatz zum normalen Hemd ist die Knopfleiste hier nicht durchgängig. Die Beine können dazu in Chinos stecken (etwa die Dickies O-Dog) und enden in blitzblanken, schneeweißen Sneakers.

Sein Trauzeuge

So stylisch der 30er-Jahre-Look am Trauzeugen des Bräutigams auch aussieht, spätestens bei der warmen langen Cordhose wird das Tanzen zur hitzigen Angelegenheit. Keim Problem, denn durch den Austausch nur eines Kleidungsstücks wird der Look Dancefloor-tauglich, ohne seinen Thirties-Charakter zu verlieren. Dazu braucht es nur Knickerbocker. Im Prinzip ziemlich weit geschnittene, kurze Hosen, die aber zwingend durch passende Socken den Blick aufs Bein verwehren müssen. So kommt wiederum ein legerer Look heraus, der sich aber immer noch an der Retro-Optik des Kirchen-Outfits orientiert.

Die Brautpaareltern
Die Eltern der Braut

Die Brautmutter trägt an diesem Punkt noch das Maxikleid aus der Kirche – und das darf sie ruhig auch weiterhin tun, denn dieses Kleidungsstück ist bereits partytauglich und engt auch beim wilden Tanzen nicht ein. Lediglich der Bolero aus Leder hat nun ausgedient und kann für kühlere Momente am späten Abend gegen einen aus Stoff oder Strick getauscht werden.
Beim Brautvater wird als erstes das Western-Sakko gestrichen. Dann darf auch das Bolotie gehen, denn das schränkt nur beim Schlemmen und Tanzen ein. Tipp: Falls die Boots nicht schon gut eingelaufen waren, darf der Brautvater sie jetzt gegen bequemere Exemplare tauschen, die auch flach sein können.

Die Eltern des Bräutigams

Auch die Bräutigamsmama kann ihr Empirekleid anbehalten. Oder aber, falls es günstig war, gleich zwei davon kaufen und eines auf Knielänge kürzen lassen. Das ist bei vielen Modellen problemlos möglich, ohne die Optik zu ruinieren und es ermöglicht einen genialen Wow-Effekt, wenn die Mutter, die zuvor noch ein bodenlanges Kleid trug, plötzlich mit Knielänge in den Saal schwebt. Dann aber müssen hochhackige Schuhe her.
Beim Bräutigamsvater sagt das Sakko ebenfalls Adieu, aber auch das weiße T-Shirt. Es wird ersetzt durch ein Hemd, das dem seines Sohnemanns ähnelt. Und dann können dazu entweder Seglerschuhe getragen werden oder aber Sneakers.

Die Gäste

Für die Gäste fallen nun tatsächlich die meisten Regularien, die vor allem in der Kirche noch galten. Mit Zustimmung des Brautpaares ist an heißen Tagen auch bei Herren Kurzbeinigkeit möglich, dann aber bitte ohne auffällige Camouflage- oder sonstige Muster. Und die Damen sollten bei den Kleidern nur darauf achten, dass der Saum länger und der Ausschnitt höher als bei der Braut ist. Tipp: Kurzgeschnittene Sommer-Romper sind derzeit nicht nur mega-trendy, sondern bieten auch alle Vorteile eines Spaghettiträger-Tops und Hotpants bei stark erhöhter Beweglichkeit ohne dass man darin zu casual wirkt.