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BSV-Trainer Klawon: "Bei uns gibt es keinen Neid"

So sah man die Kicker des Buxtehuder SV häufig in dieser Saison: 14 Siege konnten sie schon bejubeln (Foto: oh)
 
Erfolgscoach René Klawon (Foto: archiv)
bc. Buxtehude. In ihrer zweiten Saison in der Landesliga-Hansa drehen die Fußballer des Buxtehuder SV mächtig auf. Unangefochten thront die Mannschaft von René Klawon auf dem ersten Tabellenplatz. Noch ging keines der 18 Saisonspiele verloren. Die unbedeutende Herbstmeisterschaft hat der BSV bereits im Sack. Am vergangenen Wochenende schlug der BSV Verfolger FC Süderelbe mit 3:0 und geht nun ungeschlagen in die Winterpause. Ist der Titel drin? Das WOCHENBLATT sprach mit Trainer René Klawon über den Erfolg.

WOCHENBLATT: War mit so einem Saisonverlauf zu rechnen?

René Klawon: Absolut nicht. Vor Beginn der Serie war unser primäres Ziel, nicht abzusteigen. Es ist ja allseits bekannt, dass die zweite Saison immer schwierig ist. Ich habe die Erwartungen an meine Mannschaft bewusst niedrig gehalten, wollte keinen unnötigen Druck aufbauen.

WOCHENBLATT: Aber jetzt ist der Abstieg doch kein Thema mehr.

Klawon: Natürlich nicht. Wir haben jetzt schon 46 Punkte auf dem Konto. Zum Vergleich: In der vergangenen Spielzeit hatten wir insgesamt 45 Zähler und sind Fünfter geworden. Über die Meisterschaft reden wir aber noch nicht, dazu müssen wir noch zu viele Partien absolvieren.

WOCHENBLATT: Wird hinter den Kulissen trotzdem schon der Aufstieg geplant?

Klawon: Natürlich müssen wir uns vorbereiten. Alles andere wäre fahrlässig.

WOCHENBLATT: Können Sie Ihren Kader zusammenhalten?

Klawon: Aus Altersgründen kann es sein, dass uns ein, zwei Spieler verlassen. Ich gehe aber davon aus, dass 95 Prozent des Kaders zusammen bleibt.

WOCHENBLATT: Wäre denn ein möglicher Oberliga-Aufstieg der größte Erfolg in der Vereinsgeschichte?

Klawon: Es wäre sicher ein großer Erfolg, aber vor neun Jahren haben wir schon einmal an der Tür zur Oberliga geklopft - damals noch die vierthöchste deutsche Liga.

WOCHENBLATT: Wie erklären Sie sich den aktuellen Erfolg?

Klawon: In der Breite haben wir wohl die stärkste Mannschaft der Landesliga. Wir können verletzte Spieler sehr gut kompensieren. Im Gegensatz zu vielen anderen Mannschaften in der Landesliga haben wir eine Truppe beisammen, die sich auch außerhalb des Sportplatzes versteht und befreundet ist. Die Zusammenstellung der Charaktere ist wichtig. Die muss passen. Bei uns gibt es keinen Neid.

WOCHENBLATT: Spielen Ihre Spieler denn für den BSV, ohne dafür Geld zu bekommen?

Klawon: Nicht ganz. Bei uns gibt es Aufwandsentschädigungen in Form von Punktprämien. Das System ist transparent und belohnt alle von Beginn an eingesetzten Spieler gleich. Andere Vereine in der Liga zahlen wesentlich mehr als wir.

WOCHENBLATT: Wenn tatsächlich der Aufstieg klappen sollte, hat der Kader ausreichend Qualität?

Klawon: Egal, wie wir uns verstärken werden: Wir würden nur um den Klassenerhalt kämpfen. In der Oberliga spielen die Vereine fast ausschließlich mit Vertragsamateuren. Dazu reichen unsere finanziellen Mittel nicht aus. Der Sprung von der Landes- in die Oberliga ist sehr groß.

WOCHENBLATT: Wie sind Sie mit dem Zuschauerzuspruch in Buxtehude zufrieden?

Klawon: Da können wir uns nicht beklagen. Im Schnitt kommen ca. 150 Fans zu den Heimspielen, bei Spitzenspielen auch wesentlich mehr. Man merkt: Die Buxtehuder haben den Fußball wiederentdeckt.

WOCHENBLATT: Vielen Dank für das Gespräch.