Bitte klicken Sie zur Auswahl auf eines der folgenden vier Logos:

Emily Bölk: Eine richtig glückliche Handballerin

 
Das mag die Spitzensportlerin: In der Sonne auf der Terrasse relaxen. Nach dem Abi hat sie dazu auch mal Zeit (Foto: tk)
Zu Besuch bei Emily Bölk: "Gewinnen macht einfach mehr Spaß" - auch bei "Mensch-ärgere-Dich-nicht"


tk. Buxtehude. Selbstbewusst, entspannt, reflektiert und zielstrebig. Es gibt viele Adjektive, die zu Emily Bölk (19) passen. Dass sie als Deutschlands größtes Handball-Talent gefeiert wird, "ist schön", sagt die jüngste Spielerin im Bundesliga-Kader des BSV und in der Handball-Nationalmannschaft. Doch gebe es auch mal schlechte Tage, an denen ihr eigener Anspruch, mindestens 120 Prozent Leistung zu bringen, einfach nicht klappe. "Ich selbst bin meine größte Kritikerin", sagt Emily Bölk.



Das WOCHENBLATT war bei Buxtehudes Toptalent in Eilendorf zu Besuch.
"Ich bin momentan richtig glücklich", sagt Emily Bölk. Seit dem Ende ihrer Schulzeit ist sie zu einhundert Prozent Handballerin. "Und ich habe Zeit, Dinge nachzuholen", verrät sie. Während der Abiphase musste Privates zurückstehen. Jetzt ist Zeit, um Freunde treffen, zu shoppen oder einfach nur auf der Terrasse zu relaxen. Und ab und zu greift die Sportlerin zur Gitarre, die sie nach einigen Jahren Pause wieder aus der Ecke geholt hat. "Ich schaue Youtube-Videos und spiele Songs nach, die ich mag, nach." Im Mai wird die Freizeit spürbar weniger werden. Dann beginnt das Fernstudium BWL und Wirtschaftspsychologie. Vom Handball allein kann in Deutschland kaum eine Profisportlerin leben. "Und mit dem Fernstudium bin ich nicht standortgebunden", sagt Emily Bölk.

Denn klar ist: Ewig wird sie nicht in Buxtehude bleiben. "Irgendwann kommt der Wechsel. Vielleicht schon in einem oder erst in drei Jahren." Der BSV, daran lässt die Topspielerin keinen Zweifel, ist ihre Heimat, hier ist sie verwurzelt. "Andere handballerische Impulse sind aber irgendwann wichtig für mich und meine Weiterentwicklung." Früher wäre ihr beim Gedanken an den Weggang "ein bisschen mulmig geworden", so Bölk. Inzwischen freue sie sich aber auf das Abenteuer Aufbruch und darauf, noch ein Stück weit selbstständiger zu leben.
Sie bezeichnet sich selbst als ehrgeizig: "Das war früher noch extremer. Inzwischen kann ich bei 'Mensch-ärgere-Dich-nicht' auch mal verlieren", sagt sie mit einem Lächeln im Gesicht und fügt hinzu: "Ich kann auch über mich selbst lachen." Wobei, auch daran lässt die Leistungssportlerin keinen Zweifel: "Gewinnen macht einfach mehr Spaß!"

Wenn Handball die Zukunft sein soll, wie groß ist dann ihre Angst vor Verletzungen? "Kein Thema für mich", sagt Emily Bölk. Solche Überlegungen würden nur zu Blockaden führen und dazu, auf der Platte nicht die volle Leistung bringen zu können. Und das ist ein Muss. Fehler, das sagt Emily Bölk aber auch, dürfen sein. "Ich bin noch in der Ausbildung." Im Team wolle jeder "Gas geben" und sie könne die Mannschaft auch mal von der Bank aus anfeuern.

Ihre Wünsche für die nahe Zukunft: Dass der BSV den vierten Platz in der Bundesliga hält und im kommenden Jahr wieder international spielt und dass es eine Super Heim-WM im Herbst wird - am besten mit Emily Bölk in der Nationalmannschaft. Und ganz grundsätzlich: "Ich hoffe, dass ich privat und handballerisch die richtigen Entscheidungen treffe."