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Emily Bölk gilt als das Jahrhundert-Talent

Das Jahrhundert-Talent Emily Bölk (Foto: oh)

Bei der U18-WM wurde der 16 Jahre alte Handballerin des Buxtehuder SV zur besten Spielerin des Turniers gekürt

Verloren - und doch gewonnen. Die Buxtehuder Handballerin Emily Bölk verlor bei der U18-WM in Mazedonien mit der DHB-Auswahl zwar das Finale gegen Rumänien mit 21:23, wurde aber von der IHF zur wertvollsten Spielerin des Turniers gekürt (das WOCHENBLATT berichtete).
Der Handball-Teenie gehörte als zweitjüngste Spielerin des Turniers zu den auffälligsten Akteurinnen, wurde mit mehr als 60 Toren WM-Torschützenkönigin. Im Achtelfinale gegen Portugal avanvierte die Buxtehuderin mit 22 Treffern zur erfolgreichsten Werferin, ebnete ihrem Team mit dem entscheidenden Tor im Siebenmeterwerfen nach zweimaliger Verlängerung den Einzug ins Viertelfinale. Bundestrainer Frank Hamann war hochzufrieden. "Auch wenn das i-Tüpfelchen fehlte."

Ex-Weltmeisterin und Mutter Andrea Bölk, die zwischen 1990 und 2000 als Rückraumspielerin beim Bundesligisten Buxtehuder SV Erfolge feierte, war natürlich mächtig stolz auf ihre Tochter: "Sie ist gerade erst 16 geworden, spielt bei 18-jährigen mit." Das müsse man sich mal auf der Zunge zergehen lassen, so die legendäre BSV-Spielmacherin, die mit dem Nationalteam 1993 die Weltmeisterschaft gewann.

Emily kann die Ehrung noch gar nicht so richtig fassen. "Auch Platz zwei nicht. Dass wir bei der WM ins Finale kommen, hätten wir vor dem Turnier nicht gedacht." Rumänien sei schon ein starker Gegner gewesen. "In Testspielen und im WM-Gruppenspiel waren wir aber auf Augenhöhe, haben knapp verloren. Im Finale konnten wir aber unsere Top-Form nicht aufbringen. Bei denen passte einfach alles."
Letztlich habe Rumänien verdient den Titel gewonnen. "Aber schlagen können wir dieses Team auch", so die Vize-Weltmeisterin.

Emily Bölk, die die 11. Klasse des Buxtehuder Gymnasiums Süd besucht, gilt in Handball-Kreisen als "Jahrhunderttalent". Ihre Erfolge können sich jetzt schon sehen lassen: Im April wurde sie mit der Hamburger Auswahl des Jahrgangs 1998 souveräne Siegerin im DHB-Länderpokal und Dritte mit dem BSV bei den deutschen A-Jugend-Meisterschaften. Im Juni holte sie den nationalen Titel in der B-Jugend. Und am Sonntag, 7. September, soll sie beim Saison-Start des Bundesligisten gegen den HC Leipzig jüngste Akteurin der Liga werden. Sie wisse, dass nicht gleich "Mega-Einsätze" anstehen. "Aber zum Kader zu gehören, Bundesliga-Luft zu schnuppern, das ist doch toll."

Zur Zeit erholt sich die Buxtehuderin mit ihren Eltern in der Türkei in der Nähe von Side. Sie brauche jetzt den Abstand. "Der Stress war riesig in der letzten Zeit."