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Gegen die "Torfabrik" ohne Chancen

 
Rückraum-Spezialistin Friederike Gubernatis erzielte insgesamt sieben Tore

26:32! Das Leun-Team verliert gegen den „Liga-Krösus“ / BSV verlängert auch mit Michelle Goos

ig. Buxtehude. 17 Handball-Bundesligaspiele, zwölf Siege für die Gäste. Das ist die makellose Bilanz des "Liga-Krösus" Bietigheim. Auch dem Buxtehuder SV gelang es am vergangenen Mittwoch nicht, dem Spitzenreiter SG BBM Bietigheim die ersten Punkte abzuknöpfen. Das Team von Trainer Dirk Leun unterlag dem Tabellenführer vor 1.500 Besuchern in der Buxtehuder Halle Nord mit 26:32. "Geld wirft eben doch Tore", äußerte sich ein enttäuschter BSV-Fan. Hintergrund: Die Gäste verfügen mit ihrem Zwei-Millionen-Etat über doppelt so viel Geld wie die Buxtehuder Mannschaft.
Trotz der fünften Saisonniederlage lobt der Coach sein Team: "Das war hervorragender Handball. Meine Mannschaft hat sechzig Minuten gekämpft. Nach den letzten Auftritten war das ein Schritt in die richtige Richtung." Beste Werferinnen in den Reihen des BSV waren Annika Meyer, Friederike Gubernatis und Jessica Oldenburg mit je fünf Treffern.
Buxtehude begann mit Lisa Prior auf der Rückraummitte, sie ersetzte die etatmäßige Regisseurin Lynn Knippenborg. Den besseren Start allerdings hatte der Tabellenführer, der schon früh mit 3:0 in Führung ging (4.). Friederike Gubernatis verkürzte per Siebenmeter zum 1:3 (5.). Bietigheim ließ sich davon nicht beeindrucken, spielte konsequent weiter und zeigte das komplette Repertoire, das in der Mannschaft steckt. Nach sechseinhalb Minuten nahm BSV-Trainer Dirk Leun beim Stand von 2:7 die erste Auszeit.
Der BSV stellte in der Abwehr um, nahm Susann Müller in Manndeckung. Auch im Angriff erhöhten die Gastgeberinnen den Druck, suchten konsequenter die wenigen sich bietenden Lücken in der Bietigheimer Defensive. Buxtehude kam näher heran. Lisa Prior erzielte in der 14. Minute das 6:9. Unnötige Fehler des BSV im Passspiel bestraften die Schwaben jedoch knallhart, erhöhten den Vorsprung wieder auf sechs Tore (13:7, 19.). Bis zur Pause kontrollierte Bietigheim die Partie nach Belieben. Außerdem ging der Buxtehuder SV zu fahrlässig mit den wenigen Chancen um, die sich ihm boten. Entsprechend zog der Gast unaufhaltsam auf 17:9 (25.) davon, hielt den Vorsprung, ehe Lisa Prior mit dem Halbzeitpfiff vom Siebenmeterpunkt den 12:19-Pausenstand herstellte. Der erste Treffer des zweiten Durchgangs fiel erst nach gut drei Minuten. Michelle Goos verkürzte für Buxtehude zum 13:19. Der BSV agierte phasenweise auf Augenhöhe, gestaltete die Partie offen. Bei den Gästen fehlte die Präzision der ersten Halbzeit und nicht jeder Wurf fand den Weg ins Tor. Nach einem weiteren Tor von Michelle Goos kam der BSV sogar auf 17:22 (39.) heran.
Doch in dieser Phase zeigte der Tabellenführer einmal mehr, warum er unangefochten an der Spitze steht. Innerhalb von fünf Minuten zog Bietigheim auf 27:18 davon und sorgte für die endgültige Vorentscheidung. Buxtehude gab nicht auf, kämpfte bis zum Ende. Mehr als Ergebniskosmetik war an diesem Abend jedoch nicht drin.
Top: Beim BSV ist die Linksaußenposition komplett - BSV verlängert auch mit Michelle Goos.
Buxtehude geht auch mit zwei Nationalspielerinnen auf der Linksaußen-Position in die kommende Saison. Nachdem in der vergangenen Woche Lone Fischer ihren Vertrag um zwei Jahre verlängerte, gab BSV-Manager Peter Prior im Anschluss an das Spiel gegen Bietigheim auch die Vertrags-Verlängerung von Michelle Goos bekannt. Mindestens bis zum 30. Juni 2018 wird die Niederländerin für die "Blau-gelben" auflaufen. Goos kam zu Beginn der aktuellen Saison vom niederländischen Pokalsieger VOC Amsterdam nach Buxtehude. Mit ihrer Verpflichtung reagierte der Verein auf die schwere Verletzung von Lena Zelmel. Für die niederländische Nationalmannschaft erzielte sie bislang 135 Treffer in 79 Länderspielen. Bei der Europameisterschaft 2016 gewann die 27-Jährige mit der niederländischen Auswahl die Silbermedaille, ebenso wie im Jahr zuvor bei der in Dänemark. Bei den Olympischen Spielen 2016 in Rio de Janeiro belegte sie den vierten Platz. Trainer Leun: "Ich bin froh, dass wir mit Michelle haben verlängern können. Sie ist hoch motiviert und auch menschlich gut für die Mannschaft. Mit Michelle und Lone Fischer ist unsere Linksaußen-Position doppelt erstklassig besetzt, was uns im Positions-l und Konterspiel gute Möglichkeiten bietet."